Der Bürgerprotest scheint erfolgreich zu sein: Die Stadtteilbibliotheken werden wohl nicht geschlossen, der Bücherbus wird nicht abgeschafft. Der Kulturausschuss hat sich am Mittwochabend einstimmig gegen diese Sparvorschläge ausgesprochen. Die Mitglieder vermissten vor allem konkrete Angaben zum Einsparpotenzial. Die endgültige Entscheidung über den Erhalt der Angebote fällt jedoch die Stadtverordnetenversammlung Ende des Monats.
Zuvor hatten Eltern und Kinder der Ausschussvorsitzenden Ruth Wagner (FDP) Listen mit mehr als 2650 Unterschriften gegen die Schließung überreicht und auf dem Luisenplatz demonstriert. "Finger weg von der Stadtteilbibliothek Bessungen" und "Ich gehe gerne in die Bücherei" stand auf den Plakaten. Tagesmutter Antje Sandrock-Böger machte klar: "Lesen ist Grundlage für Bildung."
Erst vor wenigen Tagen hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet. Stadtteilbibliotheken und Bücherbus seien unverzichtbar für Kinder, Familien und Ältere. Es seien wichtige Angebote, um auch Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern den Zugang zum Lesen zu ermöglichen.
Im Haushaltssicherungskonzept hatte Kämmerer Wolfgang Glenz (SPD) vorgeschlagen, den Betrieb des Bücherbusses einzustellen, der wöchentlich Waldkolonie, Heimstättensiedlung, Komponistenviertel und Grundschulen anfährt. Zudem sollten die Stadtteilbibliothek Bessungen geschlossen und die Einrichtungen von Kranichstein und Arheilgen zusammengelegt werden. (rf)

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