Die Centralstation macht auf öko: Das Kulturzentrum will verstärkt auf Umweltschutz achten und sich innerhalb von zwei Jahren auf einen klimaneutralen Betrieb umstellen. 20 Prozent Kohlendioxid sollen gespart und die übrige Emission durch Unterstützung eines Waldprojekts in Neuseeland kompensiert werden.
Das Konzept gehört zum neuen Vertrag mit dem Hauptsponsor, dem Energiekonzern HSE. „Natürlich bedeutet das auch, dass unsere Kunden ganz am Ende etwas mehr zahlen müssen“, räumt Centralstation-Geschäftsführer Michael Bode-Böckenhauer bei der Präsentation des Vorhabens ein. Doch es gehe auch um Ethik.
„Wir sind schon immer an Ökologie interessiert gewesen“, sagt Bode-Böckenhauer. Schon lange biete man etwa ein Kombiticket mit den Nahverkehrsbetreiber RMV an – als Anreiz für Veranstaltungsbesucher, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Außerdem habe das Haus vor einem Jahr auf Ökostrom umgestellt.
Nun soll noch etliches hinzukommen, um den Betrieb umweltfreundlicher zu machen. Hierzu hat sich eine hausinterne Arbeitsgruppe gebildet, die sich wöchentlich trifft und den Verbrauch auf den Prüfstand stellt. Erste Sparmaßnahmen sind laut Bode-Böckenhauer bereits umgesetzt. So wurde die Deckenbeleuchtung auf Energiesparlampen umgestellt – eine Investition, die sich wegen der „Riesen-Stromersparnis“ innerhalb von fünf Monaten amortisiere. Für Fahrten ins Büro am Hauptbahnhof wurde ein Lastenfahrrad angeschafft, und die Veranstaltungszeitung produziert nun eine klimafreundlich arbeitende Druckerei.
Tickets bekommen kleineres Format
„Wenn man so auf einen Betrieb guckt, kommt man auch auf manche Peinlichkeit“, stellt der Geschäftsführer fest: Dazu gehöre etwa, dass man bislang Einwegplastikbecher statt wiederverwendbarer Modelle benutzt habe. Auch wolle man künftig statt Din-A4 ein kleineres Format für die Abendkassentickets verwenden, um Papier zu sparen.
Doch der Centralstation-Chef räumt auch ein: „Es ist nicht immer einfach.“ Radfahren bei Minusgraden sei unangenehm. Und nach einer Party um fünf Uhr früh noch Müll zu trennen, nicht leistbar. Deswegen suche man Strohhalme, die biologisch abbaubar sind, aber groß genug für Cocktails. Nur auf Ökologie könne man nicht schauen. „Es muss auch ökonomisch und praktikabel sein.“
Unterstützung bei der Umsetzung erhält die Centralstation von ihrem Sponsor – nicht nur finanziell, sondern etwa auch durch eine Energieeffizienzberatung. „Wir fühlen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet“, betont Kirsten Koch-Schäfer von der HSE. Die Unternehmenstochter „Forest Carbon Group“ wird nicht nur das Waldprojekt koordinieren, sondern auch beratend zur Seite stehen und den Kohlendioxid-Verbrauch der Centralstation berechnen. Was am Ende der beiden Jahre übrig bleibt, wird durch die Aufforstung ausgeglichen.
Bereits zwei Mal gab es als klimafreundliches Pilotprojekt in der Centralstation die „Organic Disco“. Die Gäste sollten nicht nur mit Bus, Bahn oder Rad anreisen, sie haben beim Tanzen auch selbst Strom für die Beleuchtung erzeugt. Hierzu wurde eigens ein besonderer Fußboden verlegt. Wie Pressesprecher Tobias Reitz sagt, ein besonders effektives Konzept, um Energie zu sparen: Die Treibhausgasemission war 20 Prozent niedriger als bei ähnlichen Veranstaltungen ohne Rücksicht auf die Umwelt. (aw.)

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