Im Hochhauskomplex Siemensstraße 2 bis 10 in Kranichstein sind etwa 200 Wohnungen seit Anfang Februar die meiste Zeit ohne Heizung und Warmwasser. Grund ist vermutlich ein Defekt am Wärmetauscher.
Es ist nicht warm in der Praxis von Frauenärztin Barbara Artun. „Es war richtig kühl hier drin in den Tagen, an denen es draußen sehr kalt war“, erzählt Praxis-Mitarbeiterin Ingeborg Bäumel. „Abends nach Feierabend habe ich mich zu Hause wieder aufgewärmt.“ Immerhin hat sie diese Möglichkeit. Die Bewohner des Hauses Siemensstraße 8, in dessen Erdgeschoss sich die Praxis befindet, frieren seit Monatsbeginn in den eigenen vier Wänden. Nicht einmal warm duschen oder baden ist drin.
Und warum die Kältewelle im Gebäude? Dietmar Elbert, der im achten Stock des Hauses Nummer 10 wohnt, hat immerhin einen Aushang im Hausflur bemerkt, mit dem sich die Hausverwaltung bereits am 6. Februar für den Heizungsausfall entschuldigte und versicherte, dass mit Hochdruck an einer Problemlösung gearbeitet werde.
„Das Problem ist bekannt, wir arbeiten tagtäglich daran“, sagt eine Mitarbeiterin der Hausverwaltungsgesellschaft WVVG, die nicht namentlich genannt werden möchte. Der Schaden sei aber wegen der Größe des Wohnblocks nicht rasch zu beheben. Das Problem liege nicht beim Fernwärme-Lieferanten HSE. „Wahrscheinlich ist der Wärmetauscher defekt.“
Dabei handelt es sich um eine Anlage im Gebäudekeller der Siemensstraße 8 – „ein Riesenteil, doppelt so groß wie mein Büro“. Wo genau der Schaden liegt, sei noch nicht geklärt. „Derzeit werden Pumpen ausgetauscht. Anlagenteile müssen allerdings eigens produziert werden; dafür holen wir gegenwärtig Angebote ein.“ Die Kosten könnten leicht 100 000 Euro erreichen, die Lieferzeit betrage sechs Wochen.
Die Verärgerung der im Kalten sitzenden Kranichsteiner könne sie gut verstehen, versichert die WVVG-Mitarbeiterin. Die Hausverwaltung bemühe sich derzeit, kurzfristig für die am stärksten betroffenen Menschen Heizlüfter zu besorgen. Ein Lieferdatum könne man aber noch nicht nennen. (bad.)

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