Mit einer witzigen Aktion haben die Betreiber des Mannheimer "Congress Center Rosengarten" auf eine Äußerung des Darmstädter Oberbürgermeisters reagiert. Walter Hoffmann hatte kürzlich bei der Vorstellung des städtischen Beteiligungsberichts 2008 nähere Angaben zur wirtschaftlichen Lage des Darmstadtiums verweigert und darauf verwiesen, dass es von einer GmbH mit eigenen Kontrollgremien betrieben werde. In diesem Zusammenhang hatte er gesagt: "Ich habe noch keine Daten des Mannheimer Rosengarten gesehen, schärfster Konkurrent unseres Kongress- und Wissenschaftszentrums."
Die "m:con - mannheim:congress GmbH", eine hundertprozentige Tochter der Stadt Mannheim, hat nun alle Darmstädter Stadtverordneten schriftlich zu einem Besuch in den Rosengarten eingeladen. Die GmbH betreibe das Congress Center seit 20 Jahren und habe es, gemessen an der Anzahl der Räume, zum viertgrößten Kongresszentrum Deutschlands ausgebaut. Mit 20 Millionen Euro sei der Rosengarten 2008 das umsatzstärkste Veranstaltungshaus gewesen, schrieb Geschäftsführer Michel Maugé den Stadtverordneten.
Die Stadt Mannheim bezuschusst den Rosengarten mit 2,8 Millionen Euro.
Das Darmstadtium bekommt im laufenden Jahr 3,1 Millionen Euro aus dem Kernhaushalt der Stadt, im zur Beratung anstehenden Haushalt 2010 sind es 3,2 Millionen Euro. Hinzu kommen Mittel aus dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Immobilienmanagement Darmstadt; 2008 waren es rund 315 000 Euro. (ryp)
Parallelen zum Darmstadtium
Er nehme das Zitat des Oberbürgermeisters "zum Anlass, Sie zu einer Führung und einem Bericht über die Entwicklung unseres Hauses und unserer Gesellschaft nach Mannheim einzuladen". Michel Maugé will dazu am 9. Dezember einen Bus zum Haupteingang des Darmstadtiums (Abfahrt 16.30 Uhr) schicken, drei Stunden später sollen die Darmstädter Parlamentarier wieder dort abgesetzt werden.
Wie Maugé gestern erläuterte, seien die beiden Häuser aber aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher und rechtlicher Situation schwer zu vergleichen. Anders als beim Darmstadtium sei die GmbH auch Eigentümer des Kongresszentrums. Daher stelle sich die Situation bei der Bau-Unterhaltung und den Abschreibungen anders dar. "Aber vielleicht können wir den Darmstädtern ja zeigen, wie man es auch anders machen kann", sagte Maugé.
Weil sich der Oberbürgermeister unter Hinweis auf die Hessische Gemeindeordnung weigert, detailliert auf eine Große Anfrage zum Darmstadtium zu antworten, haben sich die Christdemokraten an den Regierungspräsidenten gewandt, der den OB um eine Stellungnahme gebeten hat. (ryp)

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