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Darmstadt: Pendler erwischt der Streik eiskalt

Swaantje Hansen steckt an der Bahnhaltestelle Frankenstein in Darmstadt-Eberstadt fest. An den Haltestellen herrscht allgemeine Verwirrung und in der Taxizentrale bricht Chaos aus.

Gegen 11 Uhr zieht der Taxifunk in Darmstadt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau Bilanz. Das war Chaos und Stress pur, berichtet der Vorsitzende Ferry Kimiaghalam. Wir hatten von acht Uhr bis jetzt 700 Fahrten. Normal seien 200.
Gegen 11 Uhr zieht der Taxifunk in Darmstadt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau Bilanz. "Das war Chaos und Stress pur", berichtet der Vorsitzende Ferry Kimiaghalam. "Wir hatten von acht Uhr bis jetzt 700 Fahrten." Normal seien 200.
Foto: dpa

Nach zwei Minuten Warteschleife geht endlich jemand beim Taxifunk ans Telefon. Aber helfen kann er Swaantje Hansen nicht: "Ein Taxi? Von Eberstadt nach Darmstadt? Sie machen wohl Witze?", erklärt der Telefonist. "Nein, es tut mir leid, aber Darmstadt ist komplett zu."

Es ist 8.30 Uhr und Hansen steckt an der Bahnhaltestelle Frankenstein in Darmstadt-Eberstadt fest. In einer halben Stunde müsste sie auf ihrer Arbeit in der Innenstadt sein. Reine Luftlinie sind das ziemlich genau zehn Kilometer.

Wütend beschwert sich Hansen bei den Heag-Mitarbeitern, die das Tor des Straßenbahndepots blockieren. "Das war doch angekündigt", rechtfertigen sich die Streikenden. Tatsächlich wurde am Dienstagabend im Radio vor dem Streik gewarnt, am Mittwochmorgen steht es auch in den Zeitungen. Für viele Pendler kommt die Nachricht jedoch zu spät.

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An den Haltestellen überall das gleiche Bild: Fünf, sechs, sieben Menschen stehen da und warten. Der Bus kommt zwei Minuten nicht, drei Minuten nicht. Immer wieder blickt jemand auf den Fahrplan. Dann fangen die ersten Gespräche an. "Wo bleibt er denn, was ist denn da los?" Bis ein andere Pendler vorbeiläuft und Bescheid gibt: "Es wird gestreikt."

Wer sich da schon eine Fahrkarte gekauft hat, kriegt sein Geld nicht zurück. "Streik ist höhere Gewalt", erklärt die Sprecherin der Heagmobilo, Silke Rautenberg. Gestreikt würde übrigens nur aus Solidarität, fügt sie hinzu. "Wir sind von den Tarifverhandlungen nicht betroffen."

Der Heag-Verkehrskonzern beschäftigt nach LHO und AVN. Der aktuelle Konflikt dreht sich jedoch um einen neuen Vertrag namens TV-N. Stehen bleiben die Busse und Bahnen trotzdem.

Aktuell

Wie sich die Dinge gleichen: Am 27. Februar 2012 ist Darmstadt erneut Ziel von Streiks der Bus- und Straßenbahnfahrer. Wir berichten aktuell: Busse fallen aus.

Alle Linien den ganzen Tag. Normalerweise transportiert die Heag Mobilo rund 100.000 Passagiere am Tag. Doch am Mittwoch fahren nur an der Peripherie Darmstadt noch Busse. Zum einen Überlandlinien, die von privaten Unternehmen betrieben werden.

Außerdem konnten trotz der Blockade der Heag-Depots einige Busse ausfahren, die vereinzelt in Arheilgen und Wixhausen fahren, sowie auf den Linien O und NB von Ober-Ramstadt und Nieder-Ramstadt nach Darmstadt.

Gegen 11 Uhr zieht der Taxifunk auf Anfrage der Frankfurter Rundschau Bilanz. "Das war Chaos und Stress pur", berichtet der Vorsitzende Ferry Kimiaghalam. "Wir hatten von acht Uhr bis jetzt 700 Fahrten." Normal seien 200. "Und wir haben jede Menge Vorbestellungen für den Nachmittag."

Swaantje Hansen kommt schließlich mit 20 Minuten Verspätung auf der Arbeit an. Eine Arbeitskollegin, die mit dem Auto von Rödermark nach Darmstadt fährt, hat einen Umweg nach Eberstadt gemacht und sie abgeholt.

Autor:  SEBASTIAN WEISSGERBER
Datum:  25 | 2 | 2009
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