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Darmstadt: Saubere Technik

Das Brennstoffzellenforum Hessen informiert über Autos mit alternativem Antrieb.

Eine Lithium-Batterie unterstützt den Motor beim Starten.
Eine Lithium-Batterie unterstützt den Motor beim Starten.
Foto: Claus Völker

Cyril Kalbassi vom europäischen Honda-Entwicklungszentrum Offenbach drückt auf den blau beleuchtenden Power-Knopf, dreht den Zündschlüssel und legt einen kleinen Schalter am Lenkrad auf D wie Drive um. Die Brennstoffzelle fährt hoch, produziert Elektrizität. Fast sänftenmäßig, gleichmäßig stark beschleunigend und leise setzt sich der Honda FCX Clarity, ein Brennstoffzellen-Auto, in Bewegung. Beim Brennstoffzellenforum Hessen gestern im Darmstadtium stand das Auto zur Probefahrt bereit.

Mehr als 230 Besucher waren der Einladung der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen und der Hessen Agentur, Bereich H2BZ-Technologie, ins Kongressgebäude gefolgt, um sich über Elektromobilität und Verkehrskonzepte zu informieren. Unter den Zuhörern der Kurzreferate waren auch Studierende der TU Darmstadt.

Das Brennstoffzellenauto

Statt mit einem Verbrennungsmotor wird das Fahrzeug durch einen Elektromotor und eine Brennstoffzelle angetrieben. Diese erzeugt elektrischen Strom, indem Wasserstoff und Sauerstoff in einer Knallgasreaktion zu Wasserdampf reagieren. Dabei entstehen Wärme und Energie, die den Motor antreibt. Schädliche Emissionen entstehen nicht, jedoch wird zur Wasserstoff-Produktion Energie benötigt. (jule)

Auch Hessens Energieministerin Silke Lautenschläger begutachtete die Entwicklung, die ab 2015 auf dem Markt eingeführt werden soll. "Die Reduzierung des Verbrauchs endlicher Energieressourcen und damit die Senkung des CO2-Ausstoßes ist eine große Aufgabe", sagte Lautenschläger. Ziel sei es, 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu haben.

"Da die zum Betrieb des Motors erforderliche elektrische Energie an Bord aus Wasserstoff und atmosphärischem Sauerstoff erzeugt wird, werden kein CO2 oder andere Schadstoffe in diesem Prozess frei. Diese Technik ist sauber", so Honda-Ingenieur Thomas Bachmann. Er räumte aber ein, dass vor der Markteinführung an der Produktion selbst, den Kosten und der Tankstellen-Infrastruktur gearbeitet werden muss. Denn auch ein Brennstoffzellen-Auto braucht Nachschub: Nach rund 460 Kilometer muss der Energiespeicher Wasserstoff nachgefüllt werden.

Der Vorsitzende der Landesinitiative H2BZ, Joachim Wolf, erklärte in seinem Vortrag, regenerative Energien würden sich nur schlecht speichern lassen. Batterien in Kombination mit Wasserstoff und Brennstoffzelle wären daher eine sinnvolle Ergänzung. André Metzner von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie betonte: "Elektromobilität ist eine Chance für eine zuverlässige, klimaverträgliche und bezahlbare Mobilität der Zukunft." Bisher gebe es weltweit keinen Markt für Elektromobilität, daher habe Deutschland die Chance, eine führende Rolle in der Technologieentwicklung und Markteinführung einzunehmen.

Neben Honda stellte auch Opel seinen mit Brennstoffzelle betriebenen HydroGen 4 vor. Beim Ende der Probefahrt mit diesen Autos wird deutlich, dass diese Fahrzeuge mit hoher Technik ausgestattet sind: Im Honda FCX Clarity springt beim Rückwärtsfahren ein Monitor in der Armatur an und zeigt die Ansicht vom Kofferraum aus. Langsam gleitend, fast wie in einem Raumschiff, wird das Fahrzeug eingeparkt. (jule)

Datum:  10 | 11 | 2009
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