Als die Mieterin in ihre Wohnung kommt, ist diese ausgekühlt. 17,4 Grad statt der sonst üblichen gut 20 Grad. Die mit Strom betriebene Fußbodenheizung ist aus. Kein Defekt, wie sich herausstellt. Vielmehr hat der Stromanbieter, die Entega, den Strom abgedreht. „Wir haben gerade eine kleine Unterversorgung, weil die Leute jetzt heimkommen und alle ihre Heizung hochdrehen“, lautet die Antwort, die die Frau bekommt.
Dass Entega bei Stromheizungen für kurze Zeit den Saft abdreht, kommt immer mal vor. Das ist sogar vertraglich vereinbart. Das weiß auch die Mieterin. Nur, dass dies auch im Winter bei Eiseskälte geschieht, damit hat sie nicht gerechnet.
Bestandteil des Vertrages
Entega-Sprecher Michael Leukam spricht von einem Einzelfall. In der Regel sei die Entega-Praxis kein Problem. „Stromheizungen sind träge Systeme“, sagt Entega-Sprecher Michael Leukam. Es dauere daher lang, bis sich eine Unterbrechung der Energiezufuhr in der Wohnung bemerkbar macht. „Normalerweise bekommt der Bewohner das nicht mit.“ Ihm seien keine anderen Beschwerden bekannt, sagt Leukam.
Dass phasenweise der Strom für Heizungen abgestellt wird, gehört zum sogenannten Lastmanagement. Kommt es im Netz zu einer Spitzenbelastung, kann der Strom für Heizungen zurückgefahren werden. Dadurch sollen größere Stromausfälle vermieden werden. „Das wissen die Verbraucher mit Elektroheizungen. Denn es ist Bestandteil des Vertrags“, sagt Leukam.
So kann bei einem Tarif während 24 Stunden für sechs Stunden der Strom nicht fließen, maximal zwei Stunden am Stück. Bei einem anderen Tarif sind es drei Stunden. Entsprechend niedrig ist der Kilowattpreis.
Warum kauft Entega nicht einfach Energie zu, um einen Engpass zu überbrücken? Das werde zu teuer, erklärt der Unternehmenssprecher: „Wenn wir kurzfristig Strom auf dem Markt kaufen müssen, geht das richtig ins Geld.“ Dafür müssten am Ende die Verbraucher aufkommen.
Die Heizstrom-Kunden können zwar den Stromanbieter wechseln. Doch überregionale Anbieter haben keine verbilligten Heizstromtarife. Bei der Entega liegt dieser Tarif nach eigenen Angaben mehr als vier Cent unter dem normalen Stromtarif. Auch Online-Verbraucherportale sehen da keine Einsparmöglichkeit. (rf.)

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