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24. Januar 2013

Darmstadtium: Noch ein paar Millionen mehr

Derzeit befindet sich der Raum noch immer im Rohbau. Für 3,7 Millionen Euro soll sich das ab Februar ändern.  Foto: Claus Völker

Der kleine Saal des Darmstadtiums soll für eine stattliche Summe nutzbar gemacht werden. Der gesamte Umbau wird deutlich teurer als geplant.

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Der kleine Saal des Darmstadtiums soll für eine stattliche Summe nutzbar gemacht werden. Der gesamte Umbau wird deutlich teurer als geplant.

Das Darmstadtium kostet noch einmal Geld: Für 3,7 Millionen Euro wird ab nächstem Monat der sogenannte kleine Saal als Tagungsort ausgebaut. Lars Wöhler, Geschäftsführer der Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH (WKZ), sieht dadurch bessere Vermarktungschancen für das Kongresszentrum. Die Stadt übernimmt dafür eine weitere Bürgschaft.

Die 700 Quadratmeter große markante Eckkonstruktion ist der einzige Raum, der in dem 2008 eröffneten Darmstadtium noch ungenutzt ist. Ein Rohbau mit nackten Betonwänden. Er dient als Stuhllager.

Teurer Umbau

Rekordumsatz

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf gut 3,9 Millionen Euro. Das seien 300.000 Euro mehr als geplant, erklärte Lars Wöhler. Dazu kommen Erträge aus Rückstellungen. Mehr als 150.000 Besucher kamen zu den fast 320 Veranstaltungen.

Das positive Ergebnis wirkt sich auf die städtischen Finanzen aus: Statt 3,7 Millionen Euro muss die Stadt 3,4 Millionen Euro als Zuschuss überweisen.

In den 3,4 Millionen Euro enthalten sind gut 2,5 Millionen Euro an Zinsen und Tilgung. Den Verlust aus dem Geschäft mit Veranstaltungen gibt Wöhler mit 750.000 Euro an. Damit ist die Vorgabe der grün-schwarzen Koalition erfüllt, die das Minus auf eine Million Euro begrenzt sehen will.

Vor allem Einsparungen haben laut Wöhler neben Mehreinnahmen zum positiven Ergebnis beigetragen.

Der acht Meter hohe Saal ist derzeit ein Kostenfaktor, weil er auch ungenutzt beheizt werden muss und zudem eine Kältebrücke zu den anderen Räumen bildet. Bereits 2011 hatte sich der damals neue Geschäftsführer deshalb für den Ausbau ausgesprochen. Doch das Geld fehlte. Jetzt ist der Umbau durchfinanziert. Von den einkalkulierten 3,7 Millionen Euro will die WKZ selbst 1,7 Millionen Euro aus Rücklagen aufbringen, für die restlichen zwei Millionen Euro muss sie Darlehen aufnehmen. Die Stadt hat dafür einer Ausfallbürgschaft zugestimmt. Damit steigen die Baukosten für das Darmstadtium auf 94,2 Millionen Euro. Veranschlagt waren 77 Millionen. Um die Finanzierung abzusichern, hat die Stadt inzwischen Bürgschaften über insgesamt 40,1 Millionen Euro übernommen.

Wöhler ist sicher, dass der Bürgschafts-Fall nicht eintreten wird. Sein Finanzplan sieht vor, dass die Stadt wegen des Projekts keinen höheren Zuschuss als derzeit zahlen muss. „Die Einnahmen aus dem zusätzlichen Saal werden die Kosten inklusive Zins und Tilgung zumindest decken“, ist er überzeugt.

Im Februar geht es los

Mehr als 200 Anfragen musste das Kongresszentrum bislang aus Platzgründen ablehnen. Geld, das dem Darmstadtium fehlt. Das Problem: Weil die anderen Räume zu klein sind, bleibt für Veranstaltungen mit 300 bis 600 Teilnehmern nur der große Saal Spektrum; er kann 1700 Menschen fassen. Die Folge: Eine mittelgroße und eine große Tagung können nicht parallel realisiert werden. „Mit dem kleinen Saal runden wir unser Raumangebot ab“, sagt Wöhler.

Wenn der Saal für Tagungen und andere Veranstaltungen genutzt wird, entspricht dies den ursprünglichen Plänen des Architekten Talik Chalabi. Die waren geändert worden, um auf der Nordseite das Cybernarium einzurichten. Für den 2000 Quadratmeter großen Ausstellungsraum für virtuelle Welten waren drei Ebenen vorgesehen. Nachdem das Projekt aufgegeben worden war, folgten Umplanungen: Im Erdgeschoss Werkstätten und Künstlergarderoben, im ersten Stock eine Lounge. Nur der kleine Saal ist ungenutzt geblieben.

Der Baubeginn ist für 18. Februar vorgesehen. Bis Herbst müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Denn der erste Nutzer steht bereits fest: Ab 13. Oktober will das Institut Mathildenhöhe mit der Büchner-Forschungsstätte Marburg die Ausstellung „Georg Büchner – Revolutionär mit Feder und Skalpell“ zeigen. (rf.)

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