Die Eröffnung der B 42 Nordumgehung am Carl-Schenk-Ring begann gestern gleich mit einem Unfall. Weil nur Blech zu Schaden kam, konnte die bereits anwesende Polizei den Wagen wegräumen, bis OB Walter Hofmann (SPD) und Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) am Tacke-Knoten eintrafen.
Gestört wurde der feierliche Moment trotzdem. Die Bürgerinitiative "Ohne Nordostumgehung" (ONO) nutzte die Eröffnung zum Protest. "Die Strecke ist zwar kein richtiges Teilstück der Nordostumgehung. Aber sie stößt die Tür zu ihr auf", sagte Heidrun Wilker-Wirk von der ONO.
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Sollte die Umgehung gebaut werden, würde ihr Verkehr in den Carl-Schenk-Ring münden. In der dreiseitigen Presseerklärung der Stadt wird die Nordostumgehung allerdings nicht erwähnt. Auch Wenzel nannte die neue, vierspurige Verbindung zwischen Tacke-Knoten und Bauhaus-Kreuzung zunächst wie in der Mitteilung angekündigt, "ein wichtiges Teilstück zur Vervollständigung des Hauptverkehrsstraßennetzes. Die Straße würde das Industrie- und Gewerbegebiet am Röhnring deutlich entlasten und sei auch bereits für die Erschließung des Knell-Geländes ausgelegt.
Dann kam Wenzel auch auf den Zusammenhang mit der geplanten Nordostumgehung zu sprechen. Sollte sie tatsächlich gebaut werden, werde der Carl-Schenk-Ring zwischen Frankfurter Straße und Bauhaus-Kreuzung vierspurig ausgebaut. Noch hängt der Bau der Nordostumgehung allerdings von einem Bürgerentscheid wahrscheinlich zur Europawahl am 7. Juni ab.
Die ONO-Vertreter kritisierten aber auch den Carl-Schenck-Ring an sich. Die 7,8 Millionen Euro Baukosten seien 800 000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. "Das reicht genau für die Turnhalle der Goetheschule", sagte Brigitte Gotthold. Zudem seien die Straße und insbesondere der Tacke-Knoten Fußgänger- und Radfahrerunfreundlich. So fehlten der Kreuzung an wichtigen Stellen Fußgängerampeln. Und Radspuren seien überhaupt nicht geplant.
Verkehrt-Preis für Baudezernent
Deshalb verliehen die ONO-Vertreter Baudezernent Wenzel bei der Eröffnung einen "Verkehrt-Preis". Übergeberin Wilker-Wirk erklärte: "Ihre Verkehrspolitik führt in eine Sackgasse, da sie dem Begriff ,mobil' stets nur den Begriff ,Auto' hinzufügt." Wenzel nahm den Preis, den neben einem Sackgassenschild auch ein Vorsicht-Symbol mit brennendem Geld ziert, sogar entgegen. Er sagte jedoch: "Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Straße fertig ist. Seine Verkehrspolitik verfolge "keine einseitige Ausrichtung auf den Autoverkehr."
Als der Oberbürgermeister jedoch um 11.20 Uhr als erster über die frisch eröffnete Kreuzung gebraust war, hatte mancher seine Probleme, von der Verkehrsinsel, auf die Wenzel und der OB geladen hatten, wieder auf den Bürgersteig zu gelangen. Denn über die zehnspurige West-Seite des Tackeknotens führt tatsächlich keine Fußgängerampel.

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