kalaydo.de Anzeigen

Eislaufen in Darmstadt: Bahn frei

Erstmals seit 1994 wird Eislaufen auf dem zugefrorenen Darmstädter Woog erlaubt. Die Eisdecke ist 19 Zentimeter dick. Am Wochenende dürfen Wintersportler dort von 10 bis 17 Uhr Runden drehen.

Am Samstag und Sonntag können sich Schlittschuhläufer von 10 bis 17 Uhr auf dem See austoben. Foto: Claus Völker

Dick und warm eingepackt mit Schlittschuhen über den Darmstädter Woog zu gleiten, dabei den Wind spüren – das kann keine Eissporthalle bieten. Doch seit 1994 warnen Schilder: „Eisfläche betreten verboten.“ Das hinderte einige nicht daran, immer wieder über den Zaun zu klettern und sich auf dem zugefrorenen See zu tummeln. Die Polizei verwies sie des Geländes, die Stadt verzichtete auf Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs.

Jetzt aber gibt es eine gute Nachricht: Angesichts der anhaltenden Kälteperiode ist die Stadt über ihren Schatten gesprungen und gibt den Woog an diesem Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr für Schlittschuhläufer frei. Der Eigenbetrieb Bäder organisiert für diese Zeit einen Aufsichtsdienst. Die Eisfläche ist nur vom Eingang Heinrich-Fuhr-Straße 20 (am Trainingsbad) zugänglich. „Wir reagieren damit auf die frostigen und eisigen Temperaturen und das daraus resultierende Jahrhundert-Eis und auf Anfragen aus der Bevölkerung“, sagt Bürgermeister Rafael Reißer (CDU).

Der Pächter des Kiosks auf der Wooginsel wird am Wochenende Verpflegung für die Eisläufer anbieten. „Ich gehe mal davon aus, dass er kein Eis anbietet, sondern Glühwein und andere warme Getränke“, sagt Reißer.

Markierte Gefahrenstellen

Anlass für das Eislaufverbot auf dem Woog ab 1994 war ein Unfall, bei dem zwei fünfjährige Mädchen durchs Eis gebrochen waren. Den Kindern passierte nichts, weil Retter schnell zur Stelle waren. Doch die Stadt zog Konsequenzen, untersagte generell aus Haftungsgründen das Eislaufvergnügen.

Die Jahre davor hatte sie das Eis ab einer Dicke von zehn Zentimetern freigegeben. Bei Naturgewässern sei es allerdings problematisch, die Eisdicke zu garantieren, hatte die Stadt damals argumentiert und Quellen, Wasserströmungen und im Eis eingeschlossene Äste als mögliche Gefahrenstellen genannt.

Wegen dieser Bedenken und der Verkehrssicherungspflicht der Stadt blieb dieses Verbot 18 Jahre bestehen. Doch Bürgermeister Reißer wagt nun einen neuen Anlauf.

Am Mittwoch sägte die Berufsfeuerwehr mit Motorsägen ein Loch ins Eis und übte das Retten eines eingebrochenen Eisläufers. Das Ganze soll heute wiederholt werden.

Wie der technische Einsatzleiter Volker Reibold gestern erläuterte, wird dabei ein Feuerwehrmann in einem Überlebensanzug ins Wasser gelassen und Kollegen müssen ihn rausziehen. „Der Unglückliche kann sich nicht selbst retten, denn es ist ihm beispielsweise unmöglich, sich aufzustützen, weil die Eisränder wegbrechen“, sagt Reibold. Die rettenden Kollegen nähern sich dem Eingebrochenen entweder mit einem speziellen Eisrettungsschlitten oder legen normale Steckleitern auf dem Eis aus. „Das muss ratzfatz gehen“, so Reibold, „denn die Kleider des Eingebrochenen saugen sich schnell voll, werden immer schwerer.“

Gestern war das von der Feuerwehr gesägte Loch schon wieder mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, wie Heiner Mink feststellte. Der Betriebsingenieur beim Eigenbetrieb Bäder hackte die neue Schicht weg, um die Eisdicke messen zu können: 19 Zentimeter.

Dennoch ist diese Dicke nicht überall garantiert. Mink und sein Kollege Manfred Rachut, Abteilungsleiter Bäder im Eigenbetrieb, gingen deshalb den Woog ab, um Gefahrenstellen zu markieren. So kann man am Wochenende den Schlittschuhlauf auf dem See gefahrlos genießen. (ryp.)

Datum:  10 | 2 | 2012
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial

Die heiße Phase: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Migrantenverbände kritisieren offen die Personalpolitik des Hessischen Rundfunks
Umstrittene Büttenrede 
Der Umzug ist vorbei. Doch kein Grund zu trauern. Denn nächstes Jahr heißt es wieder Klaa Paris!
Fastnachtsumzug in Heddernheim 
Die Narren sind los!
Fastnachtszug in Jügesheim 
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus Darmstadt. Aus der Nachbarschaft informieren wir auf den Seiten über den Kreis Offenbach und den Kreis Groß-Gerau.

Spezial

Seit 30 Jahren plant die Stadt Darmstadt die Nordostumgehung. Doch das Projekt ist und bleibt umstritten.

Polizeimeldungen

Was ist passiert? Polizeimeldungen aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Hanau sowie Wiesbaden.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

Spezial
Alexander Kraft

Raus - und aufs Bike! Alexander Kraft präsentiert die FR-Mountainbike-Routen abseits der berüchtigten "Biker-Autobahnen".

 

 

Spezial

Hat Volker Bouffier als Innenminister einen Parteifreund begünstigt? Ein Untersuchungsausschuss sucht Antworten.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Staumelder

Staumelder 53 Staus mit einer Gesamtlänge von 148km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Die Kandidaten für den
Foodwatch Goldener Windbeutel 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 
Die Piratenpartei will das Urheberrecht reformieren.
Piraten zum Urheberrecht