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26. Februar 2013

Fair-Beschleuniger: Baggern für schnelle Teilchen

Die Bauarbeiten am neuen Fair-Beschleuniger bei Wixhausen laufen planmäßig.

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Voll im Plan liegen die Vorbereitungen für den Baubeginn des Großbeschleunigers Fair (Facility for Antiproton and Ion Research) neben dem GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung im Wald bei Wixhausen. Daran ändert auch der erneute Wintereinbruch vorerst nichts.

Der Chefstatus von Hans-Peter Semmler ist schon von weitem sichtbar. Seine Warnweste ist neongelb, nicht neonorange wie die der anderen. Am Montag stapft er durch den Schnee des rund 28 Fußballfelder großen Bauareals, etliche Baumaschinen sind abgestellt und tragen eine Schneemütze. Andere sind bei der Arbeit. Soeben wird am Waldrand eine Fläche planiert und geschottert, auf der das Betonmischwerk errichtet wird: So sind die Wege kurz und das Wasser muss nicht mittransportiert werden. Die HSE legt gerade eine Wasserleitung.

Weiter vorne entsteht die Standfläche für die Entsandungsanlage, erläutert Semmler. In den Containern können sich die Feststoffe aus dem Wasser absetzen, das beim Bohren für die rund 1400 Betonpfähle mit 1,20-Meter-Durchmesser und 60 Meter Länge anfällt oder eingesetzt werden muss, um das Grundwasser an Ort und Stelle zu halten.

1400 Pfähle werden gebohrt

Flankiert wird das Gelände von sogenannten Erdmieten. Dort lagert der abgetragene Mutterboden, bis er auf ein Feld zwischen Waldrand und Kalkofen gebracht wird, um nach Ende der Bauarbeiten wieder verteilt zu werden. 1,2 Millionen Kubikmeter Boden müssen insgesamt bewegt werden.

Zunächst aber steht Hans-Peter Semmler an einem der 30 Messpunkte, die sich – das zeigt der Plan ganz deutlich – in einem reichlich krummen Gitter über das Waldgebiet legen. Grund für die unmilitärische Ordnung: Von jedem Messpunkt aus muss mindestens ein anderer sichtbar sein. Sie liegen geschützt unter einer rot-weiß-warngestreiften Haube und helfen dabei, alle Teile der insgesamt 7,123 Kilometer langen Beschleunigeranlage und die Gebäude korrekt auszurichten.

Ein Betonring, wie er für Kanäle verwendet wird, dient als Aufprallschutz. „In der Stadt gibt es überall Messpunkte“, sagt Hans-Peter Semmler. „Hier muss man sich sein Netz selbst schaffen.“ Der Messpunkt BST15 befindet sich an der Stelle in der Prinzenschneise, wo der Teer derzeit noch in einen Schotterweg übergeht. Der Schnee hat die Asphaltarbeiten vorübergehend gestoppt. Später wird dort die Reifenwaschanlage für die Laster stehen, sagt Hans-Peter Semmler.

Vor einem Jahr begannen mit der Rodung von 20 Hektar Wald die ersten Vorbereitungen für das Milliardenprojekt, Europas größtes Forschungsvorhaben, an dem 3000 Wissenschaftler arbeiten sollen. Im Sommer kam der ersehnte Bewilligungsbescheid vom Bundesforschungsministerium, zum Jahresende wurde mit dem Bau der Zufahrtstraße für den Baustellenverkehr begonnen. Jetzt laufen die letzten Vorbereitungen für die Bohrpfähle. Ab nächster Woche, hofft der Fair-Erbauer, soll der erste Pfahl zur Stabilisierung des sandhaltigen Untergrunds gebohrt werden.

Die bis zu siebzig Meter tiefen Löcher stellen die Ingenieure vor besondere Herausforderungen. Jedes der 1400 Bohrlöcher muss bis zur Verfüllung mit einem Metallrohr abgestützt werden, damit es nicht zusammenfällt. Der Bagger muss also bohren, die Erde rausschaffen und die Spundrohre einsetzen. Die werden dann, wenn der aufgefüllte Beton ausgehärtet ist, wieder rausgezogen. Hans-Peter Semmler gibt sich im Schneetreiben alle Mühe, das komplizierte Verfahren zu erklären.

Die Containersammlung komme auch noch weg, sagt er und deutet an den Westrand der Baustelle. Die gehören der Baustellen-Einrichtungsfirma. Die echten Fair-Baustellencontainer werden weiter südlich stehen. Bis jetzt liegt alles im Zeitplan. Der Mann in Neongelb ist hochzufrieden. (rwb.)

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