"Dagmar Metzger will keiner beerben", meint der Genosse und besteht darauf, auf keinen Fall namentlich genannt zu werden. Das liegt nicht nur an den weiter anhaltenden heftigen Auseinandersetzungen zwischen Freunden und Gegnern der hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Metzger in ihrem ehemaligen Wahlkreis 50.
Gegen die schon gesetzte CDU-Kandidatin und ehemalige Kultusministerin Karin Wolff wird es ein "Darmstädter Schäfer-Gümbel" sehr schwer haben, urteilen auch optimistische Genossen.
Metzger hatte schon vor Tagen erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Und jetzt hat der bisher aussichtsreichste Kandidat für den zwischen Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg aufgeteilten Wahlkreis, Herbert Dobner (Roßdorf), während eines Vier-Augen-Gespräches mit dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden Klaus Peter Schellhaas abgewunken.
Dobner: "Man tritt doch nicht an, um zu verlieren." Er habe keine ausreichende Zeit, um sich bis zum 18. Januar bekannt zu machen. Zudem müsse er Rücksicht auf Familie und Arbeitgeber nehmen.
Vor der letzten Wahl war das noch ganz anders. Dobner und zeitweilig bis zu fünf weitere Sozialdemokraten aus der Stadt und dem Landkreis drängelten sich um die Kandidatur. Jetzt aber winken alle ab.
Nach FR-Informationen wird derweil hinter den Kulissen versucht, den ehemaligen Metzger-Wahlkreis durch eine Absicherung auf der Landesliste aufzupäppeln. Schellhaas bestreitet das nicht, sieht aber eher wenig Aussichten für einen solchen Deal.
Tatsächlich kamen bei der letzten Landtagswahl 15 SPD-Bewerber über die SPD-Landesliste in den Landtag. Metzger stand auf dem wenig aussichtsreichen Platz 46. Kandidaten aus Darmstadt und dem Landkreis gab es noch auf Platz 14 (Michael Siebel) und Platz 18 (Heike Hofmann).
Schellhaas geht davon aus, dass die beiden nicht von ihren Plätzen verdrängt werden dürfen. Ob ein anderer Südhesse oder gar Nordhesse Platz macht, scheint bei dem komplizierten Konstrukt der nach Geschlecht und landsmannschaftlicher Zugehörigkeit ausgetüftelten Landesliste sehr fraglich.
Noch behauptet Schellhaas, drei Kandidaten in engerer Wahl zu haben. Viel Zeit bleibt dem Unterbezirksvorsitzenden für die Suche und eine Entscheidung nicht mehr. Sein Vorstandskollege Wolfgang Glenz (Darmstadt Stadt) wollte bis zum heutigen Mittwoch "spätestens wissen, ob da einer antritt".
Aus Glenz' eigenen Ortsvereinen im Wahlkreis 50 hat sich kein Freiwilliger gemeldet. Glenz: "Wenn von hier keiner antreten will, müssen wir uns auch außerhalb des Wahlkreises auf die Suche machen."

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