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23. Januar 2013

kapuzinerkloster Dieburger Minnefeld: Hüter des Klosters

Norbert Tüshaus (links) und Franz Zoth haben die verwaiste Anlage im Blick.  Foto: Michael Prasch

Der Odenwaldklub schaut im Minnefeld nach dem Rechten. Der Verein kümmert sich bis Oktober um den Klostergarten und die Anlage.

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Der Dieburger Odenwaldklub (OWK) kümmert sich derzeit um einen baulichen Schatz: das verwaiste Kapuzinerkloster im Dieburger Minnefeld. Der Schatzmeister des OWK, Norbert Tüshaus, hat mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern die ungewöhnliche Aufgabe übernommen.

Tüshaus will aber deshalb nicht etwa als Hausmeister oder gar als „weltlicher Guardian“ auftreten. Der 57-Jährige hat die Kontrollaufgaben vor allem im Interesse des Odenwaldklubs und der seit drei Jahren bei der Umgestaltung des alten Klostergartens in einen Franziskusgarten aktiven Mitglieder und Freunde übernommen.

Behütetes Kloster

„Wir haben großes Interesse daran, dass es hier nicht zu Vandalismus kommt, wie dies im leer stehenden ehemaligen Konvikt der Fall war“, betont Franz Zoth. Der Vorsitzende des OWK ist selbst seit einigen Jahren im Klostergarten engagiert.

Das Kloster, von dem im November die letzten Kapuziner Abschied nahmen, soll nicht ohne Aufsicht und Kontrolle sein. Dies gilt selbstverständlich auch für den Klostergarten, für den der Odenwaldklub bereits für dieses Jahr ein Programm mit sechs Veranstaltungen und Aktionen vorbereitet hat, darunter auch ein Tag der offenen Gartentür am 4. August. Aber auch zu anderen Terminen wird in den Klostergarten eingeladen, in dem schon in einigen Wochen nach Frost und Schnee die weiteren Gestaltungs- und Pflegearbeiten von freiwilligen Helfern fortgesetzt werden sollen.

Garten soll erhalten werden

Da der 1882 gegründete OWK Dieburg ein großes Interesse am Erhalt des Gartens hat und dort auch weiterhin aktiv bleiben möchte, hatte sich die Vereinsführung schon früh im vergangenen Jahr, als sich der Abschied der Mönche abzeichnete, mit der Zukunft beschäftigt.

Die Kontakte führten über den letzten Guardian des Klosters, Bruder Berthold, über Dieburgs katholischen Stadtpfarrer Alexander Vogl und den Mainzer Domkapitular Dietmar Giebelmann schließlich zur Liegenschaftsverwaltung des Bistums Mainz. Das ist für die Immobilie „Kapuzinerkloster“ in Dieburg zuständig.

Nutzung vorerst nur bis Herbst

„Aus Mainz haben wir eine Nutzungserlaubnis für den Klostergarten bis Oktober 2013“, sagt Franz Zoth. Da man beim Odenwaldklub nicht nur auf die Erhaltung des Klostergartens Wert legt, erklärte sich der Verein bereit, die gesamte Klosteranlage im Auge zu behalten. Derzeit wird das Kloster auch noch von anderen Gruppen genutzt, etwa von einem Bibelkreis, einer Qigong- und Zen-Gruppe sowie vom Kreuzbund.

Da die Nutzungszusage für den OWK von der Immobilienverwaltung des Bistums Mainz vorerst nur bis zum Herbst erteilt wurde, hofft man in der Vereinsführung, dass über diesen Zeitpunkt hinaus bald eine Entscheidung über die weitere Verwendung des Klosters getroffen wird. Der Mainzer Domkapitular Dietmar Giebelmann hatte bei der Abschiedsfeier für die letzten Mönche angedeutet, dass man in Mainz derzeit an die Einrichtung eines Hospizes denkt.

An diese Andeutung erinnerten nun auch Franz Zoth und Norbert Tüshaus bei einem Gang durch die Räume des Klosters und durch den verschneiten Klostergarten, in dem es im Frühling wieder grünen und blühen wird. (eda.)

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