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24. Januar 2013

Kiesabbau Langener Waldsee: Klage gegen Kiesabbau

Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee. Foto: Monika Müller

Die Stadt Mörfelden-Walldorf will eine großflächige Rodung von Bannwald nicht hinnehmen. Stadtpolitiker fürchten Auswirkungen auf das Trinkwasser und die Zerstörung des Ökosystems.

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Mörfelden-Walldorf –  

Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eine sogenannte Normenkontrollklage zur geplanten Erweiterung des Kiesabbaus am Langener Waldsee eingereicht.

Die Stadt übt Kritik am bergrechtlichen Verfahren und hält es für falsch, dass innerhalb des Bannwald-Systems Vorrangflächen für den Abbau oberflächennaher Lagerflächen ausgewiesen wurden, erklärt Umweltamtsleiterin Katharina Diergarten.

Gefahr für das Trinkwasser

Die Firma Sehring plant im Südosten des Langener Waldsees eine Erweiterung ihrer Abbaufläche für Quarz- und Kiessand. Betroffen ist ein knapp 83 Hektar großes Areal, das zum überwiegenden Teil aus Bannwald besteht. Der Abbau ist auf 30 Jahre angelegt. Pro Jahr soll etwa eine Million Tonnen Sand ausgekiest werden.


Mörfelden-Walldorfs Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne) fürchtet nicht zuletzt, dass das Vorhaben die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen könnte. Beim Erörterungstermin im Juni vergangenen Jahres war zwar die Rede davon, dass die Waldabteilung 37, in der Trinkwasserbrunnen der Stadt Mörfelden-Walldorf liegen, höchstwahrscheinlich aus dem Abbaugebiet herausgenommen wird.

Zerstörtes Ökosystem

Nach Angaben von Umweltamtsleiterin Diergarten gibt es allerdings noch keinen Bericht zum Erörterungstermin, so dass die betroffenen Waldabteilungen offiziell noch im Abbaugebiet liegen.

Urhahn geht außerdem davon aus, dass der Bannwald, der gerodet werden soll, nicht gleichwertig aufgeforstet werden kann. Für wirtschaftliche Interessen werde ein sensibles Ökosystem zerstört, moniert er.

„Das wollen wir nicht hinnehmen. Wir müssen die Natur schützen und in unserer verdichteten Region auch Belangen wie dem Mikroklima, Lärm-, Sicht- und Immissionsschutz und der Naherholung Rechnung tragen“, begründet der Erste Stadtrat, warum Mörfelden-Walldorf juristisch aktiv wird. Skeptisch bleibt die Stadt in Sachen Wiederaufforstung. Die Pläne sehen vor, nach der Auskiesung und teilweisen Wiederverfüllung das Gelände der Südosterweiterung auf einer Fläche von 51,4 Hektar wieder aufzuforsten. 17 Hektar sollen Wasserfläche werden, der Rest wird als Offenland gestaltet.

Bäume wachsen nicht

Dass der Langener Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) kürzlich die Rekultivierungsarbeiten der Firma Sehring an der Ostgrube gelobt hat, ist für Urhahn nicht ganz nachzuvollziehen. Das hessische Umweltministerium habe im Juli auf eine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Frank Kaufmann bestätigt, dass es gegenüber alter Planungen zu Verzögerungen komme – etwa bei der Rekultivierung der Ostgrube.

Diese Verzögerungen könnten im Einzelfall zehn Jahre überschreiten. „Auch viele Jahre nach Aufgabe der Ostgrube konnte sich kein neuer Wald entwickeln. Das liegt vor allem daran, dass die Baumaschinen, die zur Wiederverfüllung eingesetzt werden, durch ihr großes Gewicht den Boden so fest zusammendrücken, dass sich die Bäume nicht richtig entwickeln können. Außerdem fehlt die wichtige Humusschicht“, erklärt Umweltamtsleiterin Diergarten.

Für fraglich hält sie weiter, ob es genügend Material geben wird, um die Grube zu verfüllen – schließlich müsse dieses unbelastet sein. (mz.)

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