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Darmstadt
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28. Juli 2008

Koreanisches Sommerlager

 Von FRANK W. METHLOW

Darmstadt 850 Hapkido-Fans kampieren auf der Lichtwiese

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Das hat nichts damit zu tun, sich in die Fresse zu treten", quäkt die achtjährige Nina und gibt sich betont friedfertig. Tatsächlich sieht man auf dem Sportplatz der Technischen Universität Darmstadt am Rande der Lichtwiese an diesem Samstag nur fröhlich-freundlich lächelnde Gesichter. Wären da nicht die vom Judo her bekannten, hier aber schwarzen Anzüge, käme kein Mensch auf die Idee, dass sich hier Anhänger des koreanischen Kampfsportes Hapkido versammelt haben. 850 Fans sind aus ganz Europa zum Sommerlager 2008 nach Darmstadt angereist und verwandeln die Lichtwiese für eine Woche in ein riesiges Zeltlager.

Training von Körper und Geist

Judy (82) und Ulrich Ritter (83) aus Kronberg haben sich den Luxus eines Wohnmobils geleistet. Sohn Thomas und Enkel Eduard verbringen das Sommerlager im Zelt. Die Familie repräsentiert einen typischen Fall: Vielfach kommen die Eltern (Großeltern) über die Kinder zu diesem Sport, der sich als ein Gesundheitstraining für Körper und Geist versteht.

Hapkido, die geheime Kampfkunst des koreanischen Königshauses, hat ihre europäische Wiege in Darmstadt. Vor rund 25 Jahren gründete der Meister Sonsanim Ko Myong hier die erste Schule. Und Ko leitet zusammen mit dem Chef der Darmstädter Hapkido-Schule Dojang Joachim Krein auch dieses Sommerlager. Und während 850 Menschen auf dem Fußballplatz in fernöstliche Meditation versunken sind, räumt Krein mit zwei Missverständnissen auf: "Hapkido lebt vom Miteinander und nicht vom Gegeneinander und Hapkido hat mit Religion nichts zu tun."

Richtig ist, dass sich im Trainingsprogramm der Hapkido-Schule zahlreiche Elemente fernöstlicher Gesundheits- und Geisteslehre befinden. Ko: "Wenn wir an diesem Wochenende nur einen Menschen von der Dunkelheit zum Licht bringen, dann haben wir's geschafft."

Wer wie Judy und Ulrich nicht mit den Langstöcken aus Rattan hantieren will , macht bei Kido In Bop mit. Krein: "Das ist unsere Gymnastikgruppe, die völlig ohne Kampfsporttechniken arbeitet." Ein reiner Männersport sei Hapkido dabei keineswegs. Aktuell seien rund 35 Prozent der Mitglieder weiblich, Tendenz steigend.

Zu ihnen gehört die Belgierin Dora Hönen aus dem grenznahen Städtchen Elsenborn nahe Aachen. Die sympathische Dunkelhaarige organisiert im Darmstädter Sommerlager den Kindergarten. In der Hapkido-"Hierarchie" ist sie ein beachtlicher Schwarzgürtel des 3. Dans und quasi europäisches Gründungsmitglied. Nach ihren Motiven befragt, sagt sie: "Die Gemeinschaft im Sport macht Spass. Hapkido ist kein Kampf gegeneinander. Man lernt, eigene Ängste zu bekämpfen."

Von Angst ist bei den Darmstädtern Nina und ihrer Freundin Charlotte (8) nichts zu spüren. Sie haben als Sechsjährige mit Hapkido angefangen. Charlotte: "Weil ich mich bei einem Sturz verletzt habe, sollte ich beim Hapkido das Fallen lernen, meinte Mama - das kann ich jetzt."

Kampfkunst-Show, am Donnerstag, 31 Juli, 19 Uhr in der Böllenfalltor-

halle. Tickets zu 25 Euro (ermäßigt 18 Euro) im Ticketshop am Luisenplatz.

Infos: www.shinsonhapkido.de

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