In rasendem Tempo geht's steil bergab auf kurven- und hindernisreichen Strecken. Downhill (deutsch: Abfahrt) heißt ein Radsport, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. "Die Rinne" wird ein Weg in der Nähe der Burg Frankenstein genannt, den sowohl Downhiller als auch Mountainbiker für ihre Zwecke entdeckt haben. Die Freude der Radler über die Strecke wird nicht von jedem geteilt: "Die Rinne läuft quer über drei Wanderwege", sagt Hartmut Müller, Leiter des Forstamts Darmstadt. Dadurch seien Fußgänger gefährdet.
Nach seiner Einschätzung sind die Mountainbiker und Downhiller dafür verantwortlich, dass die Rinne zudem Anzeichen von Erosion zeigt. Der Walde leide, bei starken Regengüssen könnten Wege zugeschüttet werden. Nach Meinung von Müller ist die Nutzung des Weges schlichtweg illegal: "Das ist kein Waldweg." Radfahren ist gemäß Forstgesetz nur auf Waldwegen erlaubt.
"Wir unterstützen auf keinen Fall illegale Strecken im Wald", sagt Philipp Foltz, Pressesprecher der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB). Einige Biker forderten seit Jahren eine offizielle Strecke, sagt er. Sie hätten bisher jedoch kein Gehör gefunden. Deshalb würden sie weiter auf illegalen Wegen im Wald fahren. Sie seien ja ohnehin alle verboten. "Das ist ein Teufelskreis", sagt der DIMB-Pressesprecher.
Dass es Weg-Kreuzungen an der Rinne gibt, dem widerspricht er nicht. Doch diese würden nicht als Wanderwege genutzt. Von Unfällen habe er auch noch nichts mitbekommen. Vorigen Donnerstag trafen sich unter Federführung des Geo-Naturparks Bergstraße Odenwald das Darmstädter Forstamt, der Odenwaldklub und weitere Behörden, die mit dem Thema zu tun haben. "Wir wurden nicht eingeladen", beschwert sich Alexander Krombacher vom Mountainbike-Verein Wheels over Frankfurt. Der Verein suche den Dialog, das Forstamt habe jedoch kaum reagiert. "Wir wollen die Rinne behalten", sagt er. Dass ein Wanderweg die Strecke kreuzt, hält er für Unsinn.
Um auf ihre Belange aufmerksam zu machen, veranstalten die Biker am Sonntag, 1. März, ab 9 Uhr, am Parkplatz der Burg Frankenstein einen öffentlichen Info-Tag. "Ich werde nicht kommen", sagt Hartmut Müller. Er möchte die Sache intern klären. Auf der Suche nach einem Kompromiss soll deshalb in den nächsten Wochen eine Einladung an alle Vereine ergehen.

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