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Öko-Party in der Centralstation: Tanzen, bis die Lampen leuchten

In der Centralstation steigt in der kommenden Woche die "nachhaltigste Party der Stadt". Der Tanzboden wird an diesem Abend nicht nur schwingen, sondern auch Strom für die Beleuchtung liefern.

Bebero Lehmann und  Tobias Reitz haben die nachhaltigste Party Darmstadts organisiert.
Bebero Lehmann und Tobias Reitz haben die nachhaltigste Party Darmstadts organisiert.
Foto: Claus Völker

Eine Party, auf der eigens für Radfahrer ein roter Teppich ausgelegt wird, hat es in Darmstadt noch nicht gegeben: Am Mittwoch, 14. April, steigt in der Centralstation die "nachhaltigste Party der Stadt". Der Tanzboden wird an diesem Abend nicht nur schwingen, sondern auch Strom für die Beleuchtung liefern. Organisiert wird die Organic Party von den beiden Studenten Bebero Lehmann (23), Tobias Reitz (23) und mehr als 20 anderen Darmstädtern.

Dancefloor aus Rotterdam

"Wir wollen zeigen, dass man Clubkultur und Klimaschutz zusammenbringen kann", sagt Lehmann. Die Planungen laufen bereits seit Oktober. "Eigentlich wollten wir eine Party ganz ohne Strom mit Fackeln auf der Rosenhöhe organisieren", erzählt Reitz. Dann bot die Centralstation das ehemalige Elektrizitätswerk als Location an.

Umweltfreundlich und klimaschonend sind zwei Wörter, die die Veranstalter häufig nutzen. Belehren wollen sie allerdings auf keinen Fall, die Party soll nicht zu kurz kommen. "Im besten Fall merken die Leute nicht, dass sie in einem Öko-Club sind", sagt Lehmann. Auffallen wird vor allem die Tanzfläche. Der "Sustainable Dancefloor" wird eigens aus einem Club in Rotterdam geliefert. Je mehr Tänzer sich darauf bewegen, desto mehr Energie wird erzeugt. "An manchen Abenden deckt der Club in Rotterdam damit 30 Prozent seines Energiebedarfs ab", erklärt Lehmann. Unter der Tanzfläche sind Federn, durch die ein Generator angetrieben wird. Auf einer Anzeige sehen die Tänzer, wie viel Strom sie gerade erzeugen.

Getanzt wird zu Techno und House. "Wir haben mit Roman Flügel und Heiko MSO zwei Darmstädter DJs, die auch überregional bekannt sind", sagt Reitz. Dazu werden vegetarische Häppchen in kompostierbaren Palmblattschalen gereicht. Wer mit dem Rad kommt, wird bevorzugt behandelt. Im Carree wird an dem Abend ein großer Parkplatz eingerichtet, wer will, kann sein Fahrrad dort nicht nur abstellen, sondern auch aufpumpen und polieren lassen. Jeder Radler bekommt zudem ein Geschenk. Zum Beispiel eine Samenbombe, mit der man "Guerilla Gardening" betreiben kann: Einfach die Samenbomben an besonders tristen Ecken in der Stadt platzieren und die Natur ihr Werk tun lassen.

Spende an Klimaorganisation

"In der Centralstation wird an diesem Abend nichts so sein, wie sonst", versprechen die Veranstalter. So haben Studenten der Hochschule Darmstadt aus ausgemusterten Arbeitstischen Lichtwürfel gebaut, die mit LED-Spot und Reflektor beleuchtet werden.

Wie am Ende die Ökobilanz der Organic Disco selbst aussieht, steht noch nicht fest. Klar ist, dass der Transport des Tanzbodens aus Rotterdam alles andere als klimafreundlich ist. Diese Sünde wollen die Veranstalter durch eine Spende an die Non-Profit-Organisation my climate ausgleichen. "Wir wollen Anreize setzen", sagt Bebero Lehmann. "Wäre doch schön, wenn einige Leute bei der nächsten WG-Party einige Ideen übernehmen." (hin) Die Organic Party steigt am Mittwoch, 14. April, ab 21 Uhr in der Centralstation. Infos unter www.organic-disco.de.

Datum:  9 | 4 | 2010
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