Darmstadt
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17. Januar 2013

Pflegeheim: Das Warten hat ein Ende

Heimleiter Stefan Rütten erhält viele Bewerbungen.  Foto: Claus Völker

Ins AWO-Pflegeheim ziehen die ersten Bewohner ein. Für Zuwanderer gibt es ein besonderes Angebot.

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Ich liebe es, mit älteren Menschen zu arbeiten“, sagt Birgül Akyun. „Es gibt dabei typische Abläufe, aber dennoch ist jeder Tag anders.“ Die 30 Jahre alte Darmstädterin ist ausgebildete Erzieherin, arbeitet aber seit Jahren in der Altenhilfe. „Ich will jetzt erst einmal arbeiten und Erfahrungen sammeln“, sagt dagegen Giada Gueli. Die 20-Jährige hat nach ihrem Realschulabschluss zunächst vergeblich eine Lehrstelle gesucht. Später will sie eine Ausbildung nachholen, möglicherweise im Bereich Altenhilfe.

Die beiden Frauen gehören zu den ersten Pflegehelferinnen, die ihre Arbeit im neuen AWO-Pflegeheim in der Kasinostraße aufgenommen haben. Der markante Gebäudetrakt ist Teil der Senioren-Wohnanlage „Johannesviertel“, dessen Bau im Sommer 2008 erstmals angekündigt worden war. Als Datum der Fertigstellung war der Dezember 2009 genannt worden. Danach sorgte das Projekt allerdings vor allem mit immer neuen Verzögerungen für Gesprächsstoff. Denn das Heim brauchte als „Sonderbau“ eine statische Unbedenklichkeitsbescheinigung, die der Bauträger zunächst nicht vorlegen konnte.

132 stationäre Pflegeplätze

Jetzt sind alle Hürden genommen. Seit Jahresbeginn werden die Zimmer des Pflegeheims bezogen, die Bewohnerzahl ist allerdings noch einstellig. Schon seit dem vorigen Frühjahr sind hingegen die meisten Appartments des Hinterhauses vermietet, das dem früher dort stehenden Altbau nachempfunden wurde. Dort bietet die AWO betreutes Wohnen an.

Seither arbeitet auch die Küche der Einrichtung im Flachtrakt zwischen beiden Wohngebäuden.

„Es war für alle eine schwierige Zeit“, sagt Einrichtungsleiter Stefan Rütten im Rückblick auf die Zeit des Wartens: „Ich musste als Betriebsleiter die Motivation für das Personal aufrechterhalten. Viele Mitarbeiter waren zeitweise in anderen Häusern der AWO eingesetzt. Ansonsten haben wir die Zeit für Schulungen genutzt und hoffen nun, zügig einen reibungslosen Ablauf zu haben.“

Die AWO-Anlage „Johannesviertel“ bietet 132 vollstationäre Pflegeplätze in 72 Einzel- und 30 Doppelzimmern. „Bis Ende des Jahres sollte das Haus voll sein“, blickt Rütten voraus. Dann werden knapp 100 Mitarbeiter dort beschäftigt sein. „Die Bewerberlage ist gut“, sagt der Einrichtungsleiter, „außer bei den Pflegefachkräften – so wie überall.“

Ein besonderes Merkmal der Anlage ist der multikulturelle Ansatz: Sie wendet sich ausdrücklich auch an Zuwanderer, die in Deutschland alt geworden sind. So gibt es im „Raum der Stille“ ein Becken für Waschungen von Muslimen. Auch der Speiseplan werde mit Zusatzangeboten angepasst, verspricht Rütten. Das AWO-Heim gehört dem Netzwerk „Midia“ an, dass sich speziell mit den Bedürfnissen älterer Zuwanderer befassen will.

Am 28. Februar soll die Einrichtung offiziell eröffnet werden. Rütten plant auch einen Tag der offenen Tür. (bad.)

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