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Darmstadt
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25. August 2010

Planungswerkstatt: Quartier der Zukunft

Ein Wunsch ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 in die Cambrai-Fritsch-Kaserne hinein.  Foto: Völker

Aus den ehemaligen US-Kasernen in Darmstadt, die seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte im Herbst 2008 leerstehen, soll ein Zuhause für 3000 Menschen werden.

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Mindestens 3000 Menschen sollen in einigen Jahren auf den ehemaligen US-Flächen im Süden Darmstadts wohnen. Diese Zahl nannte Planungs- und Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) am Montag bei einer ersten Bilanz einer Planungswerkstatt vom Wochenende. Rund 240 Bürger und Behördenvertreter hatten zwei Tage lang über die Umwandlung der ehemaligen Kasernen und Wohnsiedlungen in zivile Wohngebiete beraten. Cambrai-Fritsch-Kaserne sowie Lincoln- und Jefferson-Village stehen seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte im Herbst 2008 leer.

„Auf den Konversionsflächen entsteht das Darmstadt der Zukunft“, sagte Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) am Montag. Die Bürger sollten an der „wichtigsten Aufgabe der Stadtentwicklung“ beteiligt werden, damit sie sich mit den entstehenden neuen Stadtquartieren identifizieren könnten. Zudem sei so besser zu verstehen, warum sich der Planungsprozess über Jahre hinziehe. „Das soll kein quälender Prozess sein“, sagte Hoffmann, „sondern Spaß machen.“

Acht bis neun Jahre könne die Umwandlung dauern, ergänzte Wenzel. Es sei aber das „sportliche“ Ziel, dass in der Lincoln-Siedlung – dort sollen viele Wohngebäude erhalten bleiben – schon um den kommenden Jahreswechsel die Bauarbeiten beginnen. Mehrere tausend Zettel mit Hinweisen und Ideen seien bei der Planungswerkstatt geschrieben worden, sagte Michael Kolmer, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. „Kein Oben, kein Unten schaffen“, sei beispielsweise zu lesen gewesen. Gewünscht sei demnach eine soziale Durchmischung, nicht ein besseres und ein schlechteres Wohngebiet. Andere machten sich für generationenübergreifende Ansätze und alternative Wohnformen stark. „Durchgängigkeit, aber kein Durchgangsverkehr“ lautete eine Forderung für die Verkehrserschließung. Über die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 in die Cambrai-Fritsch-Kaserne hinein sowie eine zusätzliche Haltestelle an der Lincoln-Siedlung bestand weitgehende Einigkeit.

Bislang gibt es drei Planungsvarianten. „Zwei Wohninseln im Grünen“ heißt die erste, bei der die künftige Bebauung der Lincoln-Siedlung sowie der Cambrai-Fritsch-Kaserne ohne direkten Kontakt zur Wohnbebauung in Bessungen und Eberstadt sind, sondern im Norden und Süden durch Grünzüge abgetrennt werden. Die Straßenbahn würde nur in den nördlichen Kasernenbereich fahren, in dem auch eine Grundschule entstehen soll.

„Wohnen am Parkband“ heißt Variante zwei. Sie sieht einen Grünzug im Norden der Kaserne sowie quer durch die Lincoln-Siedlung vor. Auch in diesem Fall besteht keine bauliche Verbindung zu Eberstadt. Die Straßenbahn fährt in den Westen des Kasernengebiets.

„Zwei Stadtquartiere am Bessunger Hang“ ist der Titel der dritten Variante. In diesem Fall ist die Lincoln-Siedlung mit Bessungen und die Kasernenbebauung mit Eberstadt verbunden. Ein Grüngürtel schlängelt sich S-förmig zwischen beiden Arealen hindurch. Die Straßenbahntrasse führt quer durch das Kasernengelände bis zur Heinrich-Delp-Straße. Alle Varianten seien aber nur eine Diskussionsgrundlage und in jeder Hinsicht veränderbar, betonten die Planer.

Wie die Flächen vermarktet werden, sei noch nicht entschieden, erklärte Verkaufsleiterin Katharina Zysk von der derzeitigen Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. In anderen Städten wie Gießen oder Hanau seien die Flächen komplett an einen Großinvestor gegangen, in Darmstadt sei aber auch eine kleinteilige Vermarktung vorstellbar. So hätten sich Vertreter alternativer Wohnformen bei der Planungswerkstatt interessiert gezeigt, einzelne Wohngebäude zu kaufen. ( bad)

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