Beim 14. Schlossgrabenfest Ende Mai soll es beschaulicher zugehen als in vergangenen Jahren. Die Veranstalter wollen auf das Spektakel mit Sunrise Avenue 2011 nicht noch einmal draufsatteln, sondern einen Gang zurückschalten.
Sunrise Avenue war im vergangenen Jahr der Mega-Act. Die Gruppe stand am Samstagabend zwar relativ früh auf der Bühne, sorgte aber dennoch für einen Massenandrang, so dass die Eingänge geschlossen werden musste. Bis zu zwei Stunden standen die Besucher an der Einlasskontrolle, um auf das Festgelände zu kommen.
Die Gäste, die draußen warten mussten, waren sauer. Die Gäste, die auf die Toilettenanlage außerhalb der Umzäunung gingen und anschließend nicht mehr reinkamen, waren sauer. Und die Gäste, die mit ihren Kindern am Engpass an der Schlossmauer zwischen dem Reiterdenkmal am Friedensplatz und der ehemaligen Gaststätte Waben in eine angstmachende Enge gerieten, ebenfalls.
Die Konsequenz: Thiemo Gutfried und Frank Grossmann besinnen sich darauf, wie vor 14 Jahren alles begann. Auf den Bühnen fand sich damals eine bunte Mischung vor allem lokaler und regionaler bestehender und kommender Musikgrößen, die Besucher kamen um des Festes willen und nicht, um gezielt diese oder jene Band zu sehen. „Die ersten sechs Jahre hat uns niemand gefragt, wer ist eigentlich der Top Act“, sagt Grossmann.
Der Strategiewechsel zurück zum „Musikfestival für alle Generationen, Kulturen und Nationen“ (Gutfried) nimmt den Druck von den Veranstaltern und von der Veranstaltung: Das Schlossgrabenfest kann räumlich nicht weiter wachsen. Das Gelände hat seit einigen Jahren einen Zaun und Eingangskontrollen. Das auf 90 Seiten festgeschriebene Sicherheitskonzept kann lediglich noch an Stellschräubchen drehen, um Besucherströme zu lenken. Sind es zu viele, muss dichtgemacht werden. Und schließlich müssen Gutfried und Grossmann nicht Jahr für Jahr noch einen draufsetzen.
Gedränge vermeiden
Das Konzept schließt nicht aus, einen nationalen oder gar internationalen Magneten auftreten zu lassen, wenn er sich denn anbietet, sagt Thiemo Gutfried. Den werde man dann an einem besucherschwächeren Tag wie dem Donnerstag oder eben sehr früh am Abend auftreten lassen.
Zum Sicherheitskonzept wird im Mai erstmals auch die Kameraüberwachung in bestimmten Sektoren durch die Polizei gehören. Außerdem haben Gutfried und Grossmann auf Kritik aus dem vergangenen Jahr reagiert und nachgebessert.
Der Durchgang zwischen Reiterdenkmal und Ex-Waben wird in diesem Jahr geschlossen bleiben. Die Bühne mit Weltmusik und Poetry Slam auf dem Friedensplatz erhält zwei separate Zugänge an Marktplatz und Oberer Rheinstraße und liegt innerhalb der Umzäunung. Damit fällt das Laufpublikum weg, das Areal mit den vielen Sitzplätzen fährt dort ungestört sein eher ruhiges Programm.
Hauptzugang zu den großen Bühnen aus Richtung Süden sind die beiden Eingänge an der Landgraf-Georg-Straße und die breite Gasse zwischen Eisfriedel und dem ehemaligen Modehaus Schrumpf. Alle Toilettenanlagen werden innerhalb der Umzäunung aufgestellt, um Besuchern zu garantieren, dass sie nach dem Toilettengang nicht ausgesperrt werden – selbst wenn die Eingänge dichtgemacht werden. „Das war ein Fehler letztes Jahr, der ist beseitigt“, sagt Gutfried. (rwb.)

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