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Schutz für Obdachlosen: Warme Betten sind rar

Warme Betten sind auch in Darmstadt rar geworden. Viele Quartiere für Obdachlose stoßen an ihre Grenzen. Jetzt gilt nur noch: Wer zu spät kommt, muss im Sitzen schlafen - aber immerhin in der Wärme.

Warme Betten sind auch in Darmstadt rar geworden. Viele Quartiere für Obdachlose stoßen an ihre Grenzen.
Warme Betten sind auch in Darmstadt rar geworden. Viele Quartiere für Obdachlose stoßen an ihre Grenzen.
Foto: dpa
Darmstadt –  

Die Kälte setzt sich fest in Deutschland und macht vor allem Obdachlosen zu schaffen. In Darmstadt gibt es zwar Übergangsquartiere, die Tag und Nacht geöffnet sind, Betten sind jedoch rar.
In diesem Winter ist es so schlimm wie schon lange nicht mehr, sagt Claus Schäfer, der das Wohn- und Übernachtungsheim der Diakonie im Zweifalltorweg leitet: „Wir stoßen an unsere Grenzen.“ Weggeschickt werde bei diesen Temperaturen zwar niemand. Wer mitten in der Nacht auf der Suche nach einem warmen Platz komme, müsse aber damit rechnen, bis zum nächsten Morgen in der Cafeteria zu sitzen. Wer früh am Tag anklopft, hat dagegen gute Chancen, ein Zweibettzimmer zu ergattern, verspricht Schäfer.

Auch Hartgesottene klopfen an

Vor allem wohnungslose Männer aus Darmstadt und Umgebung nutzen das Schlaf- und Verpflegungsangebot der Diakonie. Frauen wenden sich eher an das Frauenübergangswohnheim der Diakonie in der Otto-Röhm-Straße, sagt der Sozialarbeiter. Laut Schäfer kommen mittlerweile auch diejenigen, die sonst bei jedem Wetter draußen ausharren. Um im Freien zu zelten, sei es jetzt allerdings auch mit dickem Schlafsack zu kalt. Einer der Hartgesottenen habe mit einem Campingkocher versehentlich sein Zelt angezündet. „Er hatte Glück und hat sich nur die Augenbrauen abgesengt“, erzählt Schäfer.
Normalerweise dürfen Bedürftige nur drei Tage in einer Einrichtung bleiben, während dieser Kälteperiode sind aber auch längere Aufenthalte möglich. „Ist ein Mensch gesundheitlich nicht in der Lage weiterzuziehen, kann ich ihn reiseunfähig schreiben“, berichtet Krankenschwester Christiane Kraft, die die Obdachlosen medizinisch betreut. Erfrierungen musste sie noch nicht behandeln. „Das größte Problem durch die Minusgrade ist, dass sich die Menschen schlechter pflegen können.“
Auch der Alkoholkonsum nimmt oft zu, Streit und Gewalt seien keine Seltenheit im Wohnheim, sagt Schäfer. Mancher Unruhestifter muss daher trotz Kälte wieder auf die Straße. (ers.)

Datum:  7 | 2 | 2012
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