Ende 2014 soll der Betrieb der Darmstädter Stadtgärtnerei nördlich der Orangerie eingestellt werden. Die Zukunft des rund 8000 Quadratmeter großen Geländes ist vollkommen ungewiss.
Die CDU im Stadtteil Bessungen plädiert für einen Bürgergarten mit Angeboten für alle Generationen. Was die CDU im Stadtteil keinesfalls möchte, steht ebenfalls fest: „Wir streben eine Nutzung ohne Auto an“, versichert Vorsitzender Manfred Kubal, und nimmt damit sofort Bezug auf die Option, den bei Veranstaltungen oft massiv überlasteten Parkplatz an der Orangerie mit einer Ergänzungsfläche entlang der Klappacher Straße zu entlasten.
Man sehe sich als Ortsverband der Christdemokraten in der Pflicht, rechtzeitig vorauszudenken. „Wir liefern die Idee, mehr zunächst nicht. Wir müssen Gedanken-Anstöße geben und früher planen als beim EAD-Gelände“, sagt Kubal.
Planung soll rechtzeitig starten
Dort, zwischen Kattrein- und Niersteiner Straße, habe der Eigenbetrieb das Quartier schon 2011 komplett verlassen – aber alle Entscheidungsprozesse für eine künftige Nutzung hätten sich viel zu lange hingezogen.
Und wie die angestrebte Wohnbebauung auf dem wertvollen städtischen Areal von 21 000 Quadratmetern letztendlich aussehen soll und welche Wohnformen zum Tragen kommen, ist schließlich immer noch offen. Planungsdezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) hatte erst im Dezember 2012 angekündigt, dass es hierüber einen städtebaulichen Wettbewerb geben würde. Zuvor müsse aber noch der Bebauungsplan geändert werden.
Benno Quade und Matthias Falk vom Vorstand der CDU Bessungen haben seit Sommer 2012 ein mehrseitiges Konzept für einen „Bessunger Bürgergarten“ ausgearbeitet, das sie euphorisch ein „städtebauliches Leuchtturmprojekt“ nennen. Dabei würde das Areal weiter vor allem grün genutzt.
Das Gelände der Stadtgärtnerei sähen Quade und Falk gerne als viergeteilten Bürgergarten. Im Intergenerationen- und Kulturgarten könnten auch ältere Menschen gartenpflegerisch Hand anlegen, im Begegnungsgarten kämen Bessunger zusammen und es könnten „Konzerte und Darbietungen“ stattfinden.
Im dritten Segment, einem Lehr- und Pachtgarten, könnten auch Schulkinder an der Hand von „Landwirtschafts- und Erlebnispädagogen“ wieder verstärkt Kontakt zur Nutzgarten-Natur bekommen.
Bau eines Kindergartens
Im vierten Segment sieht das Konzept den Bau einer „selbstverständlich inklusiv arbeitenden“ Kita vor. Dazu sollten sich auch freie Träger in einer Ideen- und Konzeptausschreibung mit ihrem Kindergartenmodell bewerben. Schließlich bestehe „in Darmstadt weiter Bedarf an Betreuungsplätzen U 3 und Ü 3“.
An Fragen wie der, ob die Bauten und Gewächshäuser des Geländes weiterhin genutzt oder aufgegeben werden sollen, hält sich das Konzept nicht lange auf. Auch nicht an Fragen der Finanzierung.
Quade und Falk sehen den Wert des Bürgergartens vor allem darin, dass bürgerschaftliches Engagement eine „fremdbestimmte Gestaltung oder Bebauung“ des Areals verhindern könne. (phg.)
Zu einer Begehung des Geländes lädt die CDU Bessungen die Bürgerschaft für Sonntag, 24. März, um 11 Uhr ein. Im Anschluss ist ab 12 Uhr eine öffentliche Debatte über den Bürgergarten in der Bessunger Knabenschule geplant.
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