Ein Glas Bier, eine Übernachtung im Hotel, eine Theaterkarte – im Preisvergleich 14 deutscher Städte liegt Darmstadt im oberen Mittelfeld. Das hat eine Stichprobe von deutschen Regionalzeitungen ergeben. Bei den Parkgebühren aber ist Darmstadt vorne, hier täuscht der erste Blick. Die Studie weist Darmstadt einen Platz im unteren Drittel zu, tatsächlich müssen aber nur Autofahrer in München mit drei Euro ähnlich viel für eine Parkstunde zahlen.
Zwar gibt der Preisvergleich für Darmstadt nur 1,50 Euro an. Doch wurden bei der Umfrage die Kosten für einen Stellplatz im Parkhaus am Hauptbahnhof vergleichen. In Darmstadt sind die Kosten hier vergleichsweise moderat, weil der Bahnhof am Stadtrand liegt. In anderen Städten liegt der Bahnhof zentral, etwa in Hamburg und München. Und in Darmstadts Mitte schwankt die Stundengebühr zwischen zwei Euro unterm Staatstheater und drei Euro in den Häusern der Betreiberfirma Q-Park. Das sind 50 Cent mehr als rund um den Hauptbahnhof in Berlin und ebenso viel wie in München.
Teure Kitaplätze
Die Stichprobe ist zwar nicht repräsentativ, aber gibt doch einen Eindruck von der aktuellen Kostenlage. Es wurden Daten für verschiedene Produkte und Dienstleistungen erhoben. Ausreißer nach oben oder unten gibt es in Darmstadt kaum. Eltern müssen allerdings vergleichsweise viel für einen Platz in der Kindertagesstätte zahlen. Nachgefragt war eine fünfstündige Betreuung samt Mittagessen. 155 Euro sind es in städtischen und allen anderen Kitas mit flexiblem Platzangebot. Nur Koblenz (250,50 Euro) und Hamburg (192 Euro) sind demnach teurer.
Am billigsten sind Kitaplätze in Berlin, dort muss nur das Mittagessen bezahlt werden: 23 Euro kostet dies im Monat. Zum Vergleich: In Darmstadt werden pro Essen 2,50 Euro verlangt. Bei 20 Tagen sind dies 50 Euro.
Im oberen Mittelfeld ist auch der Bierpreis in Darmstadt. Wer in einer Eckkneipe ein 0,3-Liter-Pils trinket, muss 2,30 Euro zahlen. Das ist mehr als in Kassel (1,60 Euro), Münster (1,80 Euro), Stuttgart (zwei Euro) und Mainz (2,10 Euro) aber weniger als in Freiburg (2,50 Euro).
Es lässt sich leben in Darmstadt
Überhaupt gibt es ein Süd-Nord-Gefälle. In Bayern und Baden-Württemberg ist das Leben teurer als in Hamburg. Beim öffentlichen Nahverkehr, Parken und beim Wohnen steht die bayerische Metropole an der Spitze. Darmstadt, entsprechend seiner Mittellage Deutschlands, nimmt einen Platz im Mittelfeld ein.
Außer beim Parken sind Darmstadts Daten weder ganz oben noch ganz unten. Das gilt auch für eine Nacht im Hotel, eine Kino- oder eine Theatervorstellung. Und fürs Wohnen. Laut Mietspiegel kostet in der 148.000 Einwohner zählenden Stadt eine 60 Quadratmeter große Wohnung 430,80 Euro Kaltmiete. Das entspricht etwa dem Niveau in den Studentenstädten Ulm und Augsburg, wo für diese Wohnungsgröße 450 beziehungsweise 477 Euro bezahlt werden müssen. Spitze sind im Vergleich München (660 Euro), Stuttgart (600 Euro) und Freiburg (575 Euro).
Diese Bundesliga-Städte überbieten Darmstadt auch im Fußballstadion. Mit 17 Euro erscheint der günstigste Sitzplatz am Böllenfalltor durchaus der Dritten Liga angepasst. Obwohl: In Hamburg gibt es die Erste Liga für 15 Euro zu sehen – beim Bayern-Gastspiel am vergangenen Samstag war es dort teurer. Das teuerste Ticket kostete 94 Euro.
Die Stichprobe zeigt, dass es sich in Darmstadt mit weitgehend moderaten Preisen leben lässt – und das bei einem Freizeit- und Kulturangebot, das den Vergleich nicht scheuen muss. (rf.)

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