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03. Februar 2011

Stipendium: Warten aufs Geld für gute Noten

Studenten in Darmstadt profitieren noch nicht vom neuen Stipendium. Foto: dpa

Studenten in Darmstadt erreicht das neue Förderprogramm der Bundesregierung erst verspätet. Das Organisieren stellt die Hochschulen vor Probleme.

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Darmstadt –  
Das Deutschlandstipendium

Unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern haben Studierende mit herausragenden Leistungen Anspruch auf das Stipendium. Auch soziales Engagement wird gewürdigt.
Mit 300 Euro pro Monat werden Studierende mindestens zwei Semester, höchsten bis zum Ende der Regelstudienzeit gefördert. Das Geld stellen der Bund und private Stifter zur Verfügung.
Bewerbungen für die Förderung sind an den Hochschulen möglich, sie entscheiden auch über die Vergabe. Die Stipendien sollen erstmals zum Sommersemester 2011 vergeben werden.
Auch Bafög-Empfänger haben Anspruch auf das Deutschlandstipendium, nur wer schon eine leistungsabhängige Förderung von mehr als 30 Euro pro Monat erhält, ist ausgeschlossen.
Bis zu 10 000 Studierende bundesweit sollen die Förderung im ersten Jahr erhalten. Mittelfristig sollen es acht Prozent aller Studierenden sein. afp

Gute Noten sollen sich lohnen: 300 Euro monatlich sollen künftig begabte Studenten über das neue Deutschlandstipendium bekommen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat am Dienstag den Startschuss für das bundesweite Förderprogramm gegeben. In Darmstadt allerdings werden viele Studenten auf absehbare Zeit nicht in den Genuss davon kommen.

Jill Klohe etwa studiert Media Production an der Hochschule Darmstadt (HDA) – mit sehr guten Noten, wie ihre Mutter Sonja Michaelis-Klohe sagt. Als diese von der neuen Förderung erfuhr, erkundigte sie sich bei der Hochschule nach den Modalitäten. Dort erhielt sie jedoch die Auskunft, dass an der HDA das Personal zur Umsetzung des Programms fehlt. „Ich finde das sehr schade“, sagt Michaelis-Klohe. „Engagierte Leute gehen wegen der Bürokratie leer aus. Dabei soll es doch ein bisschen mehr Chancengleichheit geben.“

Ihre Tochter wird kein Einzelfall bleiben. Auch an der Evangelischen Fachhochschule wird es die Förderung bis auf weiteres nicht geben. Einzig die Technische Universität (TU) stellt eine Umsetzung des Programms in Aussicht.

HDA-Sprecher Martin Wünderlich erklärt das Problem: Das Geld für die Stipendien muss zur Hälfte von den Hochschulen bei privaten Stiftern eingeworben werden. „Dafür braucht man ein professionelles Fundraising, das es bei uns derzeit nicht gibt. Der organisatorische Aufwand steht im Gegensatz zu den Sparzwängen, denen wir unterliegen.“ Das Programm umzusetzen werde daher noch einige Monate dauern.

Mit dem gleichen Argument begründet auch Alexa Köhler-Offierski, Präsidentin der Evangelischen Fachhochschule, dass ihre Studenten die Förderung derzeit nicht beantragen können. Tatsächlich sei die Fachhochschule mit der Geldbeschaffung bereits stark beansprucht: für die eigene Studienstiftung für Studierende in prekären Lebensverhältnissen. Die Unterstützung von Studenten in sozialen Notlagen habe Vorrang vor dem neuen Förderprogramm, auch wenn dessen „Ansatz durchaus lobenswert“ sei.

An der TU ist man hingegen weiter. „Die TU wird sich gerne beteiligen“, sagt Marketing-Referentin Mariele Vogler. Man sei gerade bei den letzten Schritten zur organisatorischen Umsetzung des Stipendienprogramms. (bad)

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