Auf die Straßenbahnlinie 3 durchs alte Bessungen kommen unruhige Zeiten zu. Am Streckenabschnitt zwischen der Kreuzung Bessunger- und Jahnstraße im Norden und bis zum Bezirksbad im Süden wird während der Osterferien zunächst der gesamte Fahrleitungsbau rund um die enge S-Kurve am Übergang Bessunger- und Ludwigshöhstraße erneuert. Dis bisherigen Hausanker werden nicht mehr gebraucht und ersetzt durch acht neue Masten. Baubeginn ist am 2. April.
Am 3. Juli starten dann Gleis- und Tiefbauarbeiten, die im September abgeschlossen sein sollen. Dabei wird der Kurvenkurs leicht verändert, sodass in Zukunft das lästige Begegnungsverbot für Bahnen in der Kurve aufgehoben werden kann. Die neuen Bögen garantieren den jeweils nötigen Sicherheitsabstand.
Gummimantel als Puffer
Die neuen Schienen sind an drei Seiten mit Gummi ummantelt und puffern so Erschütterungen ab. Allen, denen im Außenbereich des Kaffeehauses „Linie 3“ angesichts der Schepperns und Quietschens der Bahnen in den Kurven schon mal fast die Tasse aus der Hand gerutscht wäre, können in Zukunft also gelassen weiter am Latte Macchiato nippen. Auch die Rollgeräusche der Fahrzeuge werden sich deutlich reduzieren: Die Pflastersteine werden entfernt, die gesamte Fahrbahn wird mit Standardasphalt versiegelt.
Neben Leitungs-, Gleis- und Tiefbau wird vor allem die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle Orangerie für Veränderungen sorgen. Die Haltestelle wandert nach Norden, aus der Kurve heraus in einen fast geraden Abschnitt. Ein solcher ist nötig für einen barrierefreien Zugang über hohe Seitenbordsteine. Die neuen Haltestellen haben eine Grundlänge von 45 Metern, dazu kommen jeweils drei Meter für die Rampen. Und sie bekommen in beide Richtungen ein Wartehäuschen, das es bis jetzt nur auf der Ostseite gibt.
1,6 Millionen Euro kostet der Umbau. Zuschüsse gibt es laut Heag Mobilo nicht.
Kosten von 1,6 Millionen Euro
Ralf Gummersbach und Peter Duschek von Heag Mobilo wissen, dass der Umbau Begehrlichkeiten weckt: Auch an anderen Stellen des Straßenbahnnetzes wünschen sich Anwohner weniger Lärm und eine schönere Optik. Nicht zuletzt in Bessungen selbst, wo der Abschnitt der Heidelberger Straße zwischen den Kreuzungen Hermann- und Landskronstraße seit Jahren nach Sanierung schreit.
Die dort vor rund zwei Jahren vorgenommene Teilerneuerung mit Betonstreifen zwischen den Gleisen gilt nur als Übergangslösung bis zu einem umfassenden Straßenneuordnungsplan. „An uns liegt es jedenfalls nicht“, sagt Gummersbach. „Wir stehen Gewehr bei Fuß. In den Startlöchern.“ (phg.)
Die Unterlagen zu den Bauarbeiten können bis Freitag, 17. Februar, im Technischen Stadthaus, Bessunger Straße, Block D, eingesehen werden. Fragen von Anwohnern beantwortet Peter Duschek unter 06151/ 7094115.

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