Als Zeichen gegen die Todesstrafe werden in Darmstadt am Freitag, 30. November, Glocken läuten. Und auch, wenn es unglaublich klingt: Ausgerechnet in der Hessischen Verfassung ist die Todesstrafe noch verankert. Sie kommt deswegen nicht zum Tragen, weil Bundesrecht Landesrecht bricht und das Bundesrecht keine Todesstrafe vorsieht.
In vielen anderen Ländern aber wird sie noch vollzogen. Deswegen ist die Stadt vor zwei Jahren der Initiative „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ beigetreten. Sie befindet sich damit in Gesellschaft von rund 1300 Städten in 86 Ländern, die diesen, wie es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung heißt, „barbarischen, die Menschenwürde missachtenden Akt zu verurteilen“.
Am Freitag ist Welttag gegen die Todesstrafe – in Erinnerung an die erste Abschaffung der Todesstrafe durch einen Staat – das Großherzogtum Toskana – im Jahr 1786. Darmstadt will seinen Protest laut Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) an diesem Tag mit Glockengeläut „lautstark kundtun“: in der Stadtkirche von 11.55 bis 12.05 Uhr.
Das Glockenspiel im Schloss wird von 12.15 bis 12.30 Uhr Melodien zum Thema Tod spielen. Ab 12.30 Uhr wird in St. Elisabeth die uralte Kunst des Beierns wiederbelebt. Beiern bezeichnet das manuelle Anschlagen von Glocken in festgelegten Rhythmen mit einem Klöppel. Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Läuten der Glocke durch Schwingen. (rwb./ers.)
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