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09. Januar 2013

TU Darmstadt: Lärmmessung per Handy

Die Karte auf der Internetseite zeigt, wo es besonders laut ist.  Foto: Screenshot www.da-sense.de

Informatiker der Technischen Universität Darmstadt erfassen Umwelt- und Verkehrsdaten. Bei der Ermittlung der Daten sind die Wissenschaftler auf die Hilfe der Darmstädter angewiesen. Als Messinstrumente dienen Smartphones.

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Kleine, bunte Kacheln prägen die Darmstädter Innenstadt. Zumindest auf der Titelseite der Internet-Plattform www.da-sense.de. Dort führen Informatiker der Technischen Universität (TU) Darmstadt Umwelt- und Verkehrsdaten zusammen. Explizit sind es Daten zu Geräuschpegel, Temperatur, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit.

Bei der Ermittlung der Lärmdaten sind die Wissenschaftler vor allem auf eine rege Bürgerbeteiligung angewiesen. Als Messinstrumente fungieren gewöhnliche Smartphones. Das Interesse ist vielversprechend: Über 200 Personen haben sich seit dem Start von da-sense die von TU-Informatikern entwickelte „Noisemap“-App heruntergeladen.

Insgesamt wurden so knapp 150.000 Datenwerte gemessen. „Allein von Oktober bis Anfang Januar sind noch einmal fast 50 000 neue Werte dazugekommen“, berichtet der am Fachgebiet Telekooperation für das Projekt verantwortliche Mitarbeiter Immanuel Schweizer.

85 Bürger nutzen App

Aktuell haben 85 Personen die App auf ihrem Smartphone installiert, in den vergangenen vier Monaten wurden 92 neue Benutzerkonten eröffnet. „Das sind ganz ordentliche Zahlen. Manche probieren die App einfach nur ein- oder zweimal aus und deinstallieren sie dann wieder. Andere sind von Anfang an dabei“, erläutert Schweizer. Wie oft die „Noisemap“-User die App nutzen, spielt für die Wissenschaftler nur eine untergeordnete Rolle. Am wichtigsten ist das grundsätzliche Engagement: „Das ist das beste Feedback, das man bekommen kann. Außerdem ist es immer wichtig, dass sich die Bürger bei derartigen Projekten selbst einbringen.“

Gleichwohl versuchen die Programmierer, die Nutzer mit Auszeichnungen wie „Discoverer“, „Expert“ oder „Explorer“ und Titeln (Präsident, Vize-Präsident oder Bürgermeister) bei der Stange zu halten. Der amtierende „Noisemap“-Präsident kommt allein auf die stolze Anzahl von 21 698 Messungen.

Eine Messung ist oftmals nur eine Sache von wenigen Sekunden. Ein Knopfdruck genügt, und die Erfassung des aktuellen Lärmpegels beginnt. Schon ein kurzes Schnipsen oder ein Gespräch sorgen dabei für einen deutlichen Ausschlag auf der Skala.

Eben jene simple Handhabe bedeutet für die Wissenschaftler eine Herausforderung – sie müssen die Datensätze filtern. „Es macht für die Lärmmessung ja durchaus einen Unterschied, ob die Testpersonen ihr Smartphone in der Hand, in der Hosentasche oder in einer Handtasche mit sich führen“, gibt Schweizer zu bedenken.

Zugleich werden Autos oder Züge mit zunehmender Geschwindigkeit auch immer lauter. Aus diesem Grund fließen neben den GPS-Daten zum aktuellen Standort auch detailliertere Angaben („Innen“, „Außen“, „Straßenverkehr“, „Baustelle“) mit ein.

Amt erstellt Mikro-Klimakarte

Letztlich ist es die Vielzahl an Daten, die für aussagekräftige Werte sorgt, wie die Messergebnisse auf www.da-sense.de zeigen: Viel befahrene Bereiche in der Innenstadt (City-Ring, Bleichstraße, Hügelstraße) erscheinen in kräftigem Rot, der Herrngarten dagegen in sanftem Grün. Zur weiteren Erhebung wurden acht Straßenbahnen mit Sensoren ausgestattet, die minütlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit messen. Zudem erfassen Induktionsschleifen an 171 Ampelanlagen die Verkehrsdichte.

Die Daten sollen im Gesamtpaket dem Darmstädter Umweltamt helfen, eine Mikro-Klimakarte zu erstellen. Auch Immobilien-Portale könnten künftig auf die Erkenntnisse zurückgreifen und potenziellen Käufern oder Mietern die Entscheidungsfindung erheblich erleichtern, hofft Immanuel Schweizer. (ers.)

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.da-sense.de.

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