Welche Daten werden von iPhones, iPods und iPads gespeichert?
Seit der Umstellung auf das Betriebssystem iOS 4 im Juni speichern alle diese Geräte des Herstellers Apple in regelmäßigen Abständen die Position des Gerätes zusammen mit einem Datumsstempel. Außerdem werden die Signalstärke des Mobilfunkempfanges und in der Nähe befindliche WLAN-Netze vermerkt.
Wo sind diese Daten abgelegt?
Zunächst werden diese Informationen im mobilen Gerät selbst gespeichert. Sobald dieses mit einem PC oder Laptop synchronisiert wird, werden die Positionsdaten auch auf dort abgelegt. Computerwissenschaftler, die die entsprechende Datei untersuchten, haben keinen Hinweis darauf gefunden, dass diese Datensätze an Apple übermittelt wurden. Allerdings besteht die Möglichkeit, etwa ein gestohlenes iPhone zu knacken und die Daten so auszulesen.
Kann der Nutzer selbst Einsicht in diese Datei nehmen?
Ja, es ist dafür allerdings etwas Fachwissen nötig. Die beiden Wissenschaftler Pete Warden und Alasdair Allan haben das Verfahren auf ihrer Internetseite namens iPhone Tracker dokumentiert. Die Rohdaten finden sich in einem Unterordner einer lokalen Bibliothek. Warden und Allan bieten auf der Website ein selbstgeschriebenes Programm namens Iphone Tracker kostenlos zum Download an, das die Daten aus dem Rechner ausliest und auf einer Weltkarte darstellt. Bei der Darstellung werden absichtlich deutlich weniger Punkte benutzt als gespeichert wurden. Die beiden Wissenschaftler fordern die Netz-Community auf, sich den Programmcode des Trackers anzusehen und versichern, ihrerseits keine Daten abzugreifen und ins Netz zu senden.
Kann man das Speichern der Positionsdaten unterbinden?
Nein. Apple lässt sich in den Nutzungsbedingungen, die Nutzer akzeptieren müssen, das Recht einräumen, Positionsdaten zu erheben und zu speichern. Tauscht der Nutzer das Smartphone etwa gegen ein neues Modell aus, werden die Daten übertragen.
Gibt es eine Möglichkeit, die Daten auf dem Rechner vor dem Zugriff durch Dritte zu schützen?
Ja. Es gibt in Apples Software iTunes die Möglichkeit, die bei der Synchronisierung gesicherten Dateien aus den mobilen Geräten verschlüsselt auf dem Rechner zu speichern. Dazu muss der Nutzer bei angeschlossenem Gerät etwa auf das iPhone-Symbol klicken und dann unter dem ersten Reiter runterscrollen zum Menüpunkt Optionen. Dort muss ein Häkchen gesetzt werden bei iPhone-Backup verschlüsseln. Die Standardeinstellung sieht keine Verschlüsselung vor.
Wozu speichert Apple diese Daten?
Darauf haben auch die Experten keine Antwort. Entdeckt wurde die entsprechende Datei bereits im vergangenen Jahr, damals ging dies jedoch unter und wurde nur in Fachkreisen wahrgenommen. Warden und Allen spekulieren nun, dass Apple die umfangreichen Daten für einen noch in der Entwicklung befindlichen Dienst benötigen könnten, bei dem es nützlich sein könnte, die Bewegungen der Nutzer auswerten zu können. Apple hat sich hierzu nicht geäußert.