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Bewerbungen: Firmen spähen Kandidaten im Internet aus

Jedes zweite Unternehmen sucht im Netz nach Informationen über potenzielle Mitarbeiter. Die Bundesregierung will diese Praxis einschränken. Doch am besten kann sich jeder selbst gegen die Nachforschungen wehren.

Ausgespäht: Soziale Netzwerke liefern Arbeitgebern wertvolle Informationen über potenzielle Mitarbeiter. (Symbolbild)
Ausgespäht: Soziale Netzwerke liefern Arbeitgebern wertvolle Informationen über potenzielle Mitarbeiter. (Symbolbild)
Foto: dpa
Berlin –  

Partyfotos, unbedachte Kommentare oder das Bekenntnis zu ungewöhnlichen Vorlieben - je nach Branche können solche Informationen mehr oder weniger der Karriere schaden. Deshalb ist Vorsicht geboten mit persönlichen Bekenntnissen im Internet. Einer aktuellen Studie zufolge sucht in Deutschland jedes zweite Unternehmen im Internet nach persönlichen Informationen über seine Bewerber. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 1.504 Geschäftsführern und Personalchefs hervor, deren Ergebnisse der Hightech-Verband Bitkom vorstellte.

„Das Internet ist für Firmen eine wichtige zusätzliche Informationsquelle geworden, um sich ein Bild über einen potenziellen Mitarbeiter zu machen“, erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Laut der Umfrage nutzen 45 Prozent aller Firmen Internet-Suchdienste wie Google, Bing oder spezielle Personensuchmaschinen wie Yasni, um zusätzliche Informationen über Bewerber zu finden. Ein Fünftel recherchiert demnach in sozialen Online-Netzwerken mit beruflichem Schwerpunkt wie Xing oder LinkedIn. 17 Prozent aller Unternehmen gaben zudem an, in vornehmlich privat genutzten Communities wie Facebook und StudiVZ nach interessanten Informationen zu stöbern.

Gesetz soll Nachforschungen eindämmen

Der Verband kritisierte, dass Internet-Recherchen über Bewerber derzeit noch uneingeschränkt erlaubt seien. Künftig soll das von der Bundesregierung geplante Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz genau dies detailliert regeln. Vor dem Inkrafttreten muss es aber noch den Bundestag passieren. Danach dürften Unternehmen nur noch mithilfe von Suchmaschinen sowie in sozialen Netzwerken mit eindeutig beruflichem Schwerpunkt recherchieren.

Zwar lobte Scheer, dass Informationsbeschaffung im privaten Online-Umfeld künftig gesetzlich verboten werden soll. Er schränkte jedoch ein: „Die Recherche in privaten Online-Netzwerken durch Personaler ist in der Praxis kaum zu überprüfen, zumal sich der berufliche oder private Charakter vieler Netzwerke nicht klar abgrenzen lässt.“ Bewerber sollten Scheer zufolge dafür sorgen, dass ihre öffentlich zugänglichen Angaben, Äußerungen oder Fotos ein vorteilhaftes Bild ergäben: „Jeder sollte wissen, was über ihn im Internet steht und dieses Bild bei Bedarf aktiv selbst gestalten.“ (dapd)

Datum:  9 | 11 | 2010
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