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Datenaffäre der Bahn: War Betriebsrat dabei?

Jagd auf anonyme Informanten: Konzernsicherheit hieß das Ziel doch ausgespäht wurden die Mitarbeiter. Auch der Konzernbetriebsratschef Kirchheim soll darin verwickelt sein.

Die Datenaffäre bei der Deutschen Bahn (DB) weitet sich aus. In die Ausspähaktionen soll auch der Konzernbetriebsratschef Günter Kirchheim verwickelt gewesen sein. Laut internen Dokumenten, die dem Spiegel vorliegen, soll er bei der Jagd der Konzernsicherheit auf anonyme Informanten mitgeholfen haben. Wegen des Skandals mussten Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn und weitere Manager gehen. Jahrelang wurde die Belegschaft ausgespäht, angeblich im Kampf gegen Korruption. Doch steht bereits fest, dass auch interne Kritiker mundtot gemacht werden sollten.

Auch Betriebsräten der Bahn wurden in anonymen Briefen illegale Praktiken und persönliche Bereicherung vorgeworfen. Unter Mehdorn sei wenig unternommen worden, um die Vorwürfe aufzuklären, so das Magazin. Stattdessen fahndete die Konzernsicherheit nach den Verfassern. Ende November 2006 wurden dazu Dienstcomputer und E-Mail-Verkehr von drei Bahnmitarbeitern durchsucht. Kirchheim soll dem Bericht zufolge die Aktion aktiv unterstützt haben. Von den Ergebnissen habe er aber nie erfahren, sagte er dem Magazin.

Die Vorwürfe bringen auch die Gewerkschaft Transnet, der Kirchheim angehört, unter Druck. Heute beginnen die Wahlen der Vertreter der Belegschaft für den Aufsichtsrat. Die Lokführergewerkschaft GDL reagiert empört. Die schlimmsten Befürchtungen seien mit diesem Skandal übertroffen worden, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. (wüp)

Datum:  12 | 1 | 2010
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