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Detekteien: Spitzelei, ausgelagert

Bahn, Telekom und Deutsche Bank wälzen nach den Überwachungsskandalen die Schuld auf externe Detektive ab. Die behaupten, sich strikt an ihre Aufträge gehalten zu haben. Von Matthias Thieme

Bahn, Telekom und Deutsche Bank wälzen nach den Überwachungsskandalen die Schuld auf externe Detektive ab.
Bahn, Telekom und Deutsche Bank wälzen nach den Überwachungsskandalen die Schuld auf externe Detektive ab.
Foto: ddp

Seit auch die Deutsche Bank mit einer Bespitzelungs-Affäre kämpft, tauchen Namen von Sicherheitsunternehmen und Detekteien auf, die bereits während der Skandale bei Telekom und Bahn eine Rolle spielten. Die drei Großkonzerne vergaben ihre Überwachungsaufträge zum Teil an dieselben Dienstleister - diese wiederum beauftragten oft Subunternehmer.

Die Verantwortung für die Spitzelei wollen die Konzerne ebenfalls auslagern: Detekteien, mit denen sie seit Jahren kooperieren, werden jetzt als finstere Spione an den Pranger gestellt - um davon abzulenken, dass höchste Konzern-Ebenen die Überwachung wünschten.

So gab die Deutsche Bank dem privaten Sicherheitsberater Bernd Bühner, mit dem sie seit zehn Jahren zusammenarbeitet, im Jahr 2006 einen Spezialauftrag: Bühner sollte - gemäß den Wünschen des Bank-Aufsichtsratschefs Clemens Börsig - alles über den kritischen Aktionär Michael Bohndorf herausfinden. Zudem sollte Bühner den Personenschutz des Vorstandsmitglieds Hermann-Josef Lamberti mit simulierten Gefahren testen.

Bis ins Privathaus auf Ibiza

Sexspionage, Geheimmikros - überwachte Beschäftigte

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Bühner wiederum beauftragte dafür zwei verschiedene Detekteien. Welche Detektive Aktionär Bohndorf auf Ibiza bis in sein Privathaus hinein überwachten, ist noch unklar. Im Fall des Vorstandsmitglieds Lamberti habe Bühner die Firma Desa Investigation & Risk Protection als Subunternehmer eingesetzt, heißt es in einem vertraulichen Bericht über die Spitzelaffäre, der der FR vorliegt. Die Firma werde von "zwei ehemaligen Stasi-Mitarbeitern" geleitet.

Über die anrüchige Darstellung ihrer Arbeit kann sich Desa-Chef Frank Hendrik John nur wundern. "Unser Auftrag war immer klar definiert und innerhalb dieses Rahmens haben wir uns bewegt", sagt John der FR. Bei großen Unternehmen wie der Deutschen Bank gehe man davon aus, "dass die Kompetenzen der Abteilungen klar festgelegt sind". Man sei "verwundert, dass die betroffene Person von der Sicherheitsüberprüfung nicht informiert wurde." Die Bank habe zudem bislang nie um eine Stellungnahme der Desa gebeten.

Man kennt sich in der Branche

Die Desa-Detektive waren auch schon für die Telekom bei der Observierung von Journalisten aktiv. Im Fall Telekom wurden sie ebenfalls nicht direkt beauftragt, sondern über die Firma Control Risks. Dort arbeitete Sicherheitsberater Bühner vor Jahren als Geschäftsführer, dort waren auch die Desa-Detektive früher beschäftigt - man kennt sich eben in der Branche.

Heute will Control Risks nichts mehr damit zu tun haben. Man habe "keine Geschäftsbeziehungen mehr zu diesen ehemaligen Mitarbeitern und auch nicht zu entsprechenden Subunternehmern", sagt Hans Jürgen Stephan, Geschäftsführer von Control Risks Deutschland.

Und auch die Deutsche Bank betont, dass "die zweifelhaften Methoden nicht von Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands legitimiert" gewesen seien. Die Subunternehmer sollen Schuld sein und nicht die Konzernspitze - wie schon bei Telekom und Bahn.

Autor:  Matthias Thieme
Datum:  30 | 9 | 2009
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