Berlin. Fast über Nacht wurde sie zur Heldin der Internetgemeinde. Franziska Heine aus Berlin hat die Online- Petition gegen das von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplante Gesetz zu Kinderporno-Sperren im Internet gestartet.
Nach nur vier Tagen fand sie dafür die 50 000 Unterstützer, die nötig sind, um den Antrag in den Petitionsausschuss des Bundestages einzubringen.
Heine surft selbst viel im Internet
Die 29 Jahre alte Heine bewegt sich selbst viel im Internet. Die gebürtige Schwerinerin studierte Mediengestaltung in Weimar. Für ihre Diplomarbeit entwickelte sie ein Konzept für eine Software, mit der Psychologen Patientenvideos analysieren können. Nach dem Studium arbeitete sie erst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni, dann für das Online-Auktionshaus eBay. Danach wechselte sie zu einem großen Telekommunikationsunternehmen, dessen Internetauftritt sie betreut.
Auch privat ist Heine im Netz sehr aktiv. In ihrem Blog "Absolut Friedenau" schreibt sie Aphorismen oder über einen Auftritt von Götz Alsmann. "Das Internet ist ein Ort, wo man sich unglaublich gut austauschen und Ideen entwickeln kann", findet sie.
Die 29-Jährige freut sich, dass es über das Netz auch leicht möglich ist, sich politisch zu engagieren. "Die Leute sind da außerhalb klassischer Parteistrukturen politisch sehr aktiv", sagt Heine, die selbst nicht Mitglied einer Partei ist.
Auslöser war eine Twitter-Diskussion
Auslöser für die Petition war passenderweise eine Diskussion beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Alle haben gesagt, es ist schlecht, was da mit dem Gesetz passiert, aber niemand hat etwas dagegen getan", berichtet Heine. Nach der Diskussion habe sie die Petition gestartet.
"Ich wollte, dass möglichst viele Leute verstehen, dass durch das Gesetz Inhalte unkontrollierbar zensiert werden können." Bei Twitter wird sie nun auch für den Erfolg ihrer Petition gefeiert: "Franziska Heine sollte sich bald Autogrammkarten drucken lassen. Sie ist jetzt eine Web-Berühmtheit." (dpa)