Der Test für die beiden Körperscanner am Hamburger Flughafen wird um vier Monate verlängert. Damit wird die Ende September 2010 am Airport in Fuhlsbüttel begonnene Erprobungsphase bis einschließlich Juli fortgeführt, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Nutzung des Ganzkörperscanners - der im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen auch nichtmetallische Gegenstände aufspürt - bleibt für die Passagiere jedoch wie bisher freiwillig.
Nach Ministeriumsangaben hat der Hersteller eine verbesserte Software-Version zugesagt. Da nur in der Praxis die notwendigen Erkenntnisse für den „Echtbetrieb“ gewonnen werden könnten, sei eine Verlängerung des Feldversuchs um vier Monate notwendig. Nun müsse sich zeigen, wie sich diese Technik in der Praxis bewähre. Die erforderlichen Verbesserungen betreffen den Angaben zufolge allerdings nicht das Sicherheitsniveau, sondern operative Punkte mit Auswirkung auf den Komfort der Passagiere bei der Benutzung von Körperscannern, etwa einen höheren Passagierdurchlauf pro Stunde und weniger manuelle Nachkontrollen. Eine hohe Zahl solcher Nachkontrollen könnte allerdings doch ein Hinweis auf fehlerhafte Scan-Ergebnisse sein. Von ständigem Fehlalarm der Geräte hatte denn auch das Hamburger Abendblatt im Februar berichtet - angeblich liege die Fehlerquote bei haarsträubenden 75 Prozent.
Das Innenministerium zieht seinerseits eine positive Zwischenbilanz der ersten sechs Testmonate. Bislang haben demnach rund 480.000 Fluggäste die beiden Körperscanner benutzt. Befragungen vor Ort haben ergeben, dass 90 Prozent der Passagiere die Technik für eine geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit im Luftverkehr halten. Die Detektoren stärken nach Einschätzung des Ministeriums das Sicherheitsgefühl, die Befragten würden den Körperscanner deshalb wieder benutzen. Einer Umfrage des Hamburger Abendblatts zufolge, auf die sich die Welt bezieht, sind dagegen 77 Prozent der Befragten von den Scannern genervt, sie sprachen sich dafür aus, die Geräte abzuschalten.
Der Test der Körperscanner hatte sich aufgrund mehrerer Kritikpunkte verzögert. Er wurde erst begonnen, nachdem gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und ein Mehrwert für die Luftsicherheit garantiert worden war. Diese Grundvoraussetzungen werden laut Ministerium von den im Probebetrieb verwendeten Geräten vom Typ „ProVision ATD“ erfüllt. Sie nutzten aktive Millimeterwellen-Technologie, die gesundheitlich unbedenklich sei.
Der Scanner arbeitet arbeitet mit einem automatischen Detektionsverfahren und zeigt die Position entdeckter Gegenstände über ein Piktogramm, das bei jedem Fluggast gleich aussieht. Das Gerät produziert damit keine Bilder des menschlichen Körpers. Daten werden nach dem Scanvorgang nicht gespeichert. Damit werde dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Passagiere umfassend Rechnung getragen. (dapd/fr)