Berlin. Online-Banking ist praktisch, aber nicht gänzlich ohne Risiko. Wer Bankgeschäfte übers Netz abwickelt, muss immer vor Kriminellen auf der Hut sein, die mit verschiedenen Methoden nur ein Ziel verfolgen: Geld stehlen.
Das belegen einmal mehr Zahlen, die der Branchenverband Bitcom in Berlin und das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden jüngst präsentiert haben: Bis Ende des Jahres werden in Deutschland rund 2900 Online-Banking-Nutzer Betrügern auf den Leim gegangen sein, die durch "Phishing" - das Umleiten auf gefälschte Webseiten - an ihre Daten gelangt sind. Das würde eine Verdopplung der Opferzahl gegenüber 2008 bedeuten.
Wichtig ist es, Online-Geschäfte bei einer Bank abzuwickeln, die ein modernes Transaktionsverfahren anbietet, rät Christian Spahr von Bitcom. Als besonders sicher gilt demnach momentan HBCI (Home Banking Computer Interface). Dabei erledigt der Kunde etwa Überweisungen mit Hilfe einer Chipkarte und eines eigenen Lesegeräts.
Eine Weiterentwicklung ist FinTS (Financial Transaction Service). Sie wird etwa von den Volksbanken und Raiffeisenbanken angeboten, erläutert Cornelia Schulz, die Sprecherin von deren Bundesverband BVR in Berlin.
Auch Tan-Listen sind in Ordnung
Ebenfalls als sicher gilt Mobile-TAN. "Der Kunde erhält für jede Transaktion im Online-Banking eine TAN auf sein Handy geschickt." In der SMS stehen etwa bei einer Überweisung die Empfänger-Kontonummer und der Betrag, dass der Kunde beide Angaben noch einmal überprüfen kann. Aber auch wenn die Bank Listen mit nummerierten TANs anbietet, von denen der Kunde bei jedem Vorgang eine vom System zufällig ausgewählte angeben muss, ist das nach Spahrs Worten in Ordnung.
Den Zugang nutzt der Kunde besser nicht im Internetcafé, wo die Rechner vielleicht nicht richtig gegen Angriffe abgesichert sind, sondern zu Hause. Das bringt allerdings nur etwas, wenn dort der Schutzschild intakt ist. "Antivirenprogramm, Firewall und Betriebssystem müssen auf dem aktuellsten Stand sein. Denn die meisten Phishing-Fälle entstehen heute durch Trojaner", so Spahr. Ein gut gesicherter Rechner macht es Kriminellen schwerer.
Umsicht ist trotzdem angesagt. So wird die Internetdresse der Bank möglichst von Hand eingegeben. "Das Schloss-Bild im Browserfenster zeigt dem Nutzer die gesicherte Verbindung an", erläutert Cornelia Schulz. Ein Klick auf das Schloss-Symbol wird dann in aller Regel zeigen, dass sich der Nutzer tatsächlich auf dem Portal seiner Bank und eben nicht auf einer von Betrügern nachgebauten Seite befindet.
Unverzichtbar ist eine große Portion Misstrauen. Sie bewahrt den Nutzer im Ernstfall davor, zum Opfer zu werden - wenn ein Krimineller ihn zum Beispiel nicht mit einem Trojaner, sondern über eine E-Mail hereinzulegen versucht: "Die Betrüger geben sich als Bank aus, teilen mit, es gebe ein Problem und bitten darum, sich einzuloggen", erklärt Kerstin Föller von der Verbraucherzentrale Hamburg.
"Die echte Bank kann sich durchaus auch mal per Mail melden." Doch dann schicke sie nicht etwa - wie es Betrüger tun würden - einen Link zum Einloggen mit. "Sie würde darum bitten, über ihre Startseite zu gehen." Unter Umständen schickt die Bank aber auch einen Brief - um etwa mitzuteilen, ihr seien Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit den Banking-Daten des Nutzers aufgefallen, der daher seinen Rechner neu sichern soll. Solche Warnungen müssen ernstgenommen werden. (dpa/tmn)