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23. Mai 2011

French Open: Comeback von Thomas Haas: Der alte Kämpe hat wieder Spaß

 Von Jörg Allmeroth
Zufrieden trotz Niederlage beim Comeback: Tennis-Profi Thomas Haas. Foto: dpa

Thomas Haas verliert in Paris zwar gleich das erste Spiel bei seinem Comeback. Der 33-jährige Tennisprofi zeigt nach mehr als 15-monatiger Turnierpause, dass er Anschluss finden kann. Zeitweise begeisterte Haas mitunter wie in seinen Glanzzeiten.

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Thomas Haas verliert in Paris zwar gleich das erste Spiel bei seinem Comeback. Der 33-jährige Tennisprofi zeigt nach mehr als 15-monatiger Turnierpause, dass er Anschluss finden kann. Zeitweise begeisterte Haas mitunter wie in seinen Glanzzeiten.

Der Außenplatz 17 im Pariser Tennispark Roland Garros liegt eigentlich weit abseits der großen Menschenströme, die sich bei den French Open über die Turnieranlage wälzen. Doch am Montagmittag brach Chaos auf dem abgelegenen Court aus: So viele Fans drängelten auf die ohnehin schon überfüllten Tribünen, dass sogar Polizei und Sicherheitsdienst einschreiten mussten.

Das fast schon beängstigende Interesse galt einem gewissen Thomas Haas, 33, der seit 15 Monaten kein Turnierspiel mehr bestritten hat, aber offenbar nicht vergessen ist im Wanderzirkus der Profis.

„Es war ein schöner Moment, wieder auf den Platz gehen zu können. Ein Tag, auf den ich lange warten musste“, sagte Haas hinterher, als sein Comeback mit einer 4:6, 6:4, 6:7 (1:7), 4:6-Niederlage gegen den zehn Jahre jüngeren Türken Marcel Ilhan vorüber war.

„Ich ärgere mich über das Ergebnis. Aber ich bin zufrieden, wie ich das alles hingekriegt habe.“ Zwei Matchbälle hatte Haas noch abwehren können im vierten Satz des Duells in glühender Hitze, doch beim dritten Siegpunkt Ilhans setzte der Rückkehrer eine vergleichsweise leichte Vorhand hinter die Grundlinie.

Aufgeben gilt nicht

Gescheitert war Haas damit zwar schon im ersten Akt des Grand- Slam-Turniers, aber demoralisierend war die Niederlage für den „Meister der Comebacks“ (ATP Weekly) ganz und gar nicht. „Tommy hat gezeigt, dass man bald wieder mit ihm rechnen kann“, sagte Bundestrainer Patrik Kühnen, der es sich am deutschen Großkampftag nicht nehmen ließ, zunächst bei seinem früheren Daviscup-Leitwolf vorbeizuschauen.

Kühnen sah zwar so wie die 1000 Zuschauer einen anfangs vorsichtigen, bedächtigen und eher zurückhaltenden Haas, doch nachdem sich der Altmeister erst einmal von Ängsten und Zweifeln um seine körperliche Verfassung freigespielt hatte, begeisterte er mitunter wie in seinen Glanzzeiten – und wie bei seinem letzten Pariser Auftritt vor zwei Jahren, als er Roger Federers siegreiche „Verabredung mit der Ewigkeit“ beinahe im Achtelfinale durchkreuzt hätte.

„Gib’ Gas, mach’ mehr Druck“, forderte sich Haas Mitte des zweiten Durchgangs einmal auf, als das Spiel früh gegen ihn zu kippen drohte – und kaum gesagt, kam der ehemalige Weltranglistenzweite besser in Schwung und hellte auch die Stimmung seiner Fans auf. „Für einen, der so lange ausgesetzt hat, spielt er verdammt stark“, sagte Britanniens Ex-Daviscup-Kapitän John Lloyd, „das hätte ich so nicht für möglich gehalten.“

Die Kräfte erlahmen

Haas, letztmals in einem Einzel am 23. Februar 2010 in Delray Beach am Start (gegen den Russen Gabschwili), hatte sich im dritten Satz des umkämpften Matches gegen Ilhan eine 2:0-Führung herausgespielt und besaß sogar einen Spielball zum 3:0, doch nach einem energischen Zwischenspurt des Türken zum 4:2 erlahmten die Kräfte des alten Kämpfers.

Mit jeder Minute in der drückenden Hitze wurden die Beine von Haas schwerer, im dritten Satz musste sich der Deutsche sogar einmal von Physiotherapeuten und einem Turnierarzt an der Schulter behandeln lassen. Trotz Schmerzen steckte Haas aber nicht auf und leistete Ilhan bis zur letzten Minute erbitterte Gegenwehr. „Aufgeben kam nicht in Frage. Dafür bin ich nicht hergefahren“, sagte Haas, der im Doppel gemeinsam mit Philipp Petzschner antreten will.

Früh draußen

Daniel Brands (Deggendorf) und Kristina Barrois (Stuttgart) sind bei den French Open in der ersten Runde ausgeschieden.

Der Weltranglisten-130. Brands verlor gegen Michail Kukuschkin (Kasachstan) 6:2, 6:4, 6:4 und muss nach vier Auftaktpleiten in Folge weiter auf seinen ersten Zweitrundeneinzug in Paris warten.

Fedcup-Spielerin Barrois zog gegen die Inderin Sania Mirza mit 3:6, 3:6 den Kürzeren. Die Viertelfinalistin von Stuttgart konnte nicht an ihre gute Form der vergangenen Wochen anknüpfen.

Zuvor waren am Montag neben Thomas Haas (Hamburg), Julian Reister (Hamburg) und Angelique Kerber (Kiel) an ihren Auftakthürden gescheitert. Am Sonntag hatten als erste der insgesamt 21 Tennisprofis aus Deutschland Julia Görges (Bad Oldesloe) und Mona Barthel (Bad Segeberg) die zweite Runde erreicht. (sid)

Wenn der Grand-Slam-Auftritt unterm Eiffelturm so etwas wie der Beginn einer Abschiedstournee für Haas war, dann besteht nun die Hoffnung, dass daraus keine belanglose Tingeltour wird. „Ich habe in jedem Fall eins richtig gemacht: So lange zu warten, bis ich auch wirklich bereit bin für diese harten Matches“, sagte Haas.

Noch in München hatte der Experte für turbulente Spiele seine Rückkehr im Einzel verschoben und sich damit begnügt, an der Seite des Tschechen Radek Stepanek im Doppel anzutreten. Weil anschließend wieder Rückenschmerzen auftraten, ließ Haas Engagements in Madrid und Rom sausen und meldete erst für Paris, den Höhepunkt der beschwerlichen Sandplatzwochen.

Haas wird seinen Fokus nun auf die wenigen Turnierwochen auf Gras richten, auf das schnellere, unkompliziertere, weniger strapaziöse Spiel im Grünen. Frühzeitig wird er nach Halle reisen, um sich dort auf eine Mission vorzubereiten, die er selbst „Titelverteidigung“ nennt: „Vor zwei Jahren habe ich dort gewonnen, im letzten Jahr musste ich pausieren. Also verteidige ich da meinen Titel“, sagt er.

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