Gelassen und ruhig seien die Japaner angesichts der Katastrophe. Dabei sind sie sich ständig bewusst, dass ihr Land jederzeit eine Naturkatastrophe ereilen könnte. Das hat tiefe Spuren in der Populärkultur hinterlassen, vor allem auch Mangas erzählen davon.
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Keiji Nakazama. Barfuss durch Hiroshima. Carlsen Verlag, Hamburg 2003 bis 2005, 4 Bände, zwischen 256 und 304 Seiten, je Band 12 Euro). Foto: Last Gap/Carlsen Verlag
Gelassen und ruhig seien die Japaner. Äußerst gefasst und gut vorbereitet ertrügen sie die Katastrophe. Mehrere Erdbeben, haushohe Tsunamiwellen, explodierende Atomkraftwerke und freigesetzte Radioaktivität: Weder Panik noch Chaos störten die Notfallmaßnahmen, professionell und effizient verrichteten die Rettungskräfte ihre Arbeit. Regierung und Behörden handelten besonnen, die Bevölkerung gehorche den Anordnungen. So lauten die Nachrichten aus Japan. Es mutet wie ein Wunder an, aber die Mentalität des Inselvolks, sein Technikvertrauen und seine Schicksalsergebenheit scheinen das Schlimmste zu verhindern.
Japan befindet sich seit jeher in einer Notlage: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Tokio innerhalb der nächsten 30 Jahre zu einer Erdbebenkatastrophe kommt, liegt bei 70 Prozent. In dem Teil Japans, der dem Pazifik zugewandt ist, liegt sie bei 84 Prozent, und an der Küste der Präfektur Miyagi sogar bei unglaublichen 99 Prozent. Bei solch einer Wahrscheinlichkeit kann einfach jederzeit der Ernstfall eintreten. Statistisch gesehen erlebt jeder Japaner im Alter zwischen 20 und 30 Jahren bis zu seinem Tod mindestens zwei große Erdbeben.“
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Usamaru Furuya. Tokyo Inferno. Tokyopop Verlag, Hamburg 2010, 2 Bände, jeweils 488 Seiten, je Band 16,95).
Foto: Usamaru Furuya/Tokyopop
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Usamaru Furuya. Tokyo Inferno. Tokyopop Verlag, Hamburg 2010, 2 Bände, jeweils 488 Seiten, je Band 16,95).
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Usamaru Furuya. Tokyo Inferno. Tokyopop Verlag, Hamburg 2010, 2 Bände, jeweils 488 Seiten, je Band 16,95).
Foto: Usamaru Furuya/Tokyopop
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Katsuhiro Otomo. Akira 1.Carlsen Verlag, Hamburg 2009, sechs Bände, zwischen 288 und 440 Seiten, je Band 16 Euro).
Foto: Mash Room/Carlsen Verlag
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Katsuhiro Otomo. Akira 1.Carlsen Verlag, Hamburg 2009, sechs Bände, zwischen 288 und 440 Seiten, je Band 16 Euro).
Foto: Mash Room/Carlsen Verlag
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Keiji Nakazama. Barfuss durch Hiroshima. Carlsen Verlag, Hamburg 2003 bis 2005, 4 Bände, zwischen 256 und 304 Seiten, je Band 12 Euro).
Foto: Last Gap/Carlsen Verlag
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Keiji Nakazama. Barfuss durch Hiroshima. Carlsen Verlag, Hamburg 2003 bis 2005, 4 Bände, zwischen 256 und 304 Seiten, je Band 12 Euro).
Foto: Last Gap/Carlsen Verlag
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Keiji Nakazama. Barfuss durch Hiroshima. Carlsen Verlag, Hamburg 2003 bis 2005, 4 Bände, zwischen 256 und 304 Seiten, je Band 12 Euro).
Foto: Last Gap/Carlsen Verlag
Die Japaner seien äußerst gelassen im Umgang mit der Katastrophe. Von wegen! In Wahrheit leben sie immerzu in dem Bewusstsein, dass jederzeit ein großes Erdbeben oder ein Tsunami oder eine Atombombe über sie hereinbrechen kann. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren in der japanischen Manga-Kultur hinterlassen. (Abbildung aus: Keiji Nakazama. Barfuss durch Hiroshima. Carlsen Verlag, Hamburg 2003 bis 2005, 4 Bände, zwischen 256 und 304 Seiten, je Band 12 Euro).
Dieser Text findet sich nicht etwa in einem Erdbebenhandbuch, sondern in einem japanischen Comic. Die Katastrophe ist allgegenwärtig und hat tiefe Spuren vor allem auch in der japanischen Populärkultur hinterlassen: Der Manga „Tokyo Inferno“ von Usamaru Furuga führt uns in 51 Episoden vor, was passiert, wenn die japanische Metropole von einem Erdbeben der Stärke 8,1 auf der Richterskala heimgesucht wird. Die Geschichte geht auf einen Roman gleichen Titels zurück und stammt von dem Journalisten Minoru Watanabe. Er hat Furuga bei der Konzeption seines Mangas, der 2006 in Japan erschienen ist, dann auch beraten.
Immer eine Flasche Wasser dabei
Von Verharmlosung oder Vertuschung keine Spur, aber auch nicht von Ruhe und Gelassenheit. „Tokyo Inferno“ bietet drastische Bilder, denn nicht nur wird die Stadt von Feuerstürmen und Wassermassen heimgesucht, sondern von Panik, Anarchie und Tod. Der Student Jin Mishima trifft zufällig eine alte Schulfreundin, Nanako Okano, er sucht Arbeit bei einem Fernsehsender, sie will ein Konzert besuchen. Dann aber bebt die Erde und die beiden machen sich auf den Weg, dem Inferno zu entkommen. Dabei geraten sie in immer neue Gefahren, Jin verspricht Nanako, sie nicht im Stich zulassen. Der Manga handelt entsprechend seiner Episodenform von den „51 Wegen, wie du deine Freundin retten kannst“.
Japans Katastrophe
Live-Ticker, Bilder, Videos und Grafiken, Hintergründe, Spendenadressen und vieles mehr im Spezial zur Katastrophe in Japan unter fr-online.de/japan.
Furuga und Watanabe verfolgen durchaus didaktische Absichten. Immer wieder wird die Geschichte von Hinweisen unterbrochen: Bei x-förmigen Rissen an den Trägerbalken eines Stahlbetonhauses schnell entfernen, denn hier wird ein Nachbeben das Gebäude einstürzen lassen; immer eine Flasche Wasser, ein Radio mit Ersatzbatterien und ein Handy dabei haben; bei aufkommender Unruhe die Menschen auffordern, sich zu ducken, denn „auf diese Weise lässt sich die Natur des Menschen als Gruppentier zweckentfremden, um in Menschenaufläufen für Sicherheit zu sorgen“; Servietten und Binden eignen sich ausgezeichnet zum Stoppen von Blutungen...
Keine Geschichtsklitterung
Watanabe hat die Informationen zu vorangegangenen Katastrophen zusammengetragen, etwa den großen Erdbeben von Kobe (1995) und Kanto (1923). In „Tokyo Inferno“ ist dann auch von Vergewaltigungen die Rede, von Banden und der Mafia, die von dem Massenelend profitieren, von Weltuntergangs- und Psychosekten, denen die traumatisierten Menschen in Scharen zulaufen, von Menschenmassen, die plündernd durch die Straßen ziehen, und einer untätigen oder unfähigen Staatsgewalt. Der Manga liest sich jetzt schon wie ein Drehbuch zu den aktuellen Vorgängen in Japan. Und wer weiß, was noch alles passiert, wenn es zu einer inselweiten Nuklearkatastrophe mit radioaktivem Fallout kommt.
In Japan haben Comics einen sehr viel höheren Stellenwert als hier. Immer schon waren die Mangas mehr als nur unterhaltsame Massenware. Lange vor Art Spiegelmans bahnbrechender Erzählung „Maus“ und Marjane Satrapis „Persepolis“ hat der Zeichner Keiji Nakazawa mit „Barfuß durch Hiroshima“ (1973) einen autobiographischen Comic vorgelegt, in dem es nicht nur um das nukleare Inferno geht, sondern auch um die Frage der Kriegsschuld. Japans Kriegstreiberei, der militaristische und nationalistische Kurs eines diktatorischen Regimes – hier findet keine Geschichtsklitterung statt und Hiroshima wird nicht als Ausflucht missbraucht.
In den populärkulturellen Ausläufern der Mangas zeigt sich Japan von einer deutlich anderen Seite. Im Hinblick auf Hiroshima und Nagasaki erscheint Japan als postapokalyptische Gesellschaft, die sich dessen immer wieder versichert. Im Manga und seinen mitunter spektakulären Bildern spiegelt sich das Zivilisationsverhängnis. Man schaue nur einmal in einen der Klassiker, etwa Katsuhiro Otomos stilprägenden Comic „Akira“ von 1984: die nukleare Post-apokalypse als unentrinnbare Lebensform, menschengemacht und doch jedes menschliche Maß übersteigend.