Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Politically Incorrect und die Neue Rechte
"Islamkritik" erreicht das bürgerliche Lager: Die Neue Rechte.

03. September 2012

Anders Breivik: Hacker knacken Breiviks E-Mails

Breivik muss wegen der Morde von Oslo und Utoya für 21 Jahre ins Gefängnis. Foto: afp

Hacker knacken die privaten E-Mails von Anders Breivik, die jetzt in Buchform erscheinen. Das Buch gibt Einblicke in die Persönlichkeit des verurteilten Massenmörders.

Drucken per Mail

In Norwegen ist ein Buch mit Auszügen aus tausenden privaten E-Mails des Massenmörders Anders Behring Breivik erschienen, die nach Überzeugung des Autors dessen Zurechnungsfähigkeit untermauern.

Das Buch mit Breiviks elektronischem Schriftverkehr im Vorfeld der Anschläge vom Juli 2011 zeige zwar „kein umfassendes Bild“ Breiviks, sagte der Journalist Kjetil Stormark am Montag in Oslo. Dennoch werde deutlich, wie „geduldig und einfühlsam“ er wohl in einigen Hinsichten sei. Daher sei er als zurechnungsfähig einzustufen und das Gericht habe „die richtige Entscheidung“ getroffen.

Breiviks Anwälte protestieren

Stormark, der bereits ein Buch über die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utöya mit 77 Toten geschrieben hat, bekam die mehr als 7000 E-Mails von Hackern zugespielt, denen es gelungen war, vier Accounts des Attentäters zu knacken. Bevor er das Buch veröffentlichte, übergab Stormark den Inhalt der E-Mails der Polizei. Nach Angaben von Stormark beinhalten die Briefe unter anderem Abmachungen darüber, wie er Geld und Ausrüstung für seine Pläne beschaffte. Auch Zuschriften an Breivik sowohl mit Abscheu als auch Zuspruch für die Anschläge sind darunter.

Dem Autor zufolge hätte Breivik vor seinen Taten entdeckt werden können, wenn der norwegische Geheimdienst über ein spezielles Computersystem verfügt hätte, das auffällige Onlinekäufe wie Polizeilampen und Teile seiner Uniform in Zusammenhang bringt. Breiviks Anwälte hatten gegen die Buchveröffentlichung protestiert und auf die Privatsphäre ihres Mandanten verwiesen.

Der 33-Jährige war vor rund anderthalb Wochen zur Höchststrafe von 21 Jahren mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. Das Gericht entschied sich damit gegen eine Einweisung in die Psychiatrie wegen Unzurechnungsfähigkeit. (afp)

Jetzt kommentieren

Spezial
Rechte Proteste gegen den Bau der Kölner Zentralmoschee (Archivbild).

Radikales Gedankengut erreicht unter dem Deckmantel von Islamkritik das bürgerliche Lager. Das Spezial zur Neuen Rechten.

Diskussion im FR-Depot

Vor den Morden der rechtsradikalen Terrorzelle NSU hat kein Verfassungsschützer gewarnt. Aber wer hat wie viel über die Neonazis gewusst? Eine Diskussion von FR und Humanistischer Union am Donnerstag, 6. September, im FR-Depot.

Stichwort

Mit bis zu 60.000 Zugriffen am Tag gilt das Weblog als eines der größten islam-feindlichen Europas. Es bezeichnet sich selbst als proisraelisch und pro-amerikanisch und sieht sich als Vorkämpfer gegen die „Islamisierung Europas“.

In den Kommentarspalten findet sich regelmäßig ungefilterter Hass gegen Muslime und Integrations-Befürworter, die als politisch korrekte Gutmenschen verhöhnt werden.

Als im Dresdener Landgericht die schwangere Ägypterin Marwa er-Sherbini erstochen wurde, jubilierte ein PI-Nutzer über den Tod der „verschleierten Kopftuchschlampe“ - „und noch dazu ein Moslem im Bauch weniger!“

Die PI-Macher verweisen darauf, dass sie zu wenige Leute hätten, um jeden problematischen Kommentar zu löschen. Die PI-Leitlinien dulden keine „verleumderische, ehrverletzende oder beleidigende“ Kommentare. Das aber nur, sofern sie sich „gegen die PI-Blogger“ richten.

Wissenschaftlicher Aufsatz von Karin Priester der auch auf das Umfeld von "PI" eingeht: Fließende Grenzen zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa? in: "Aus Politik und Zeitgeschichte" (44/2010).

Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linkspartei, warum die Islamhasser-Szene nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird (PDF-Datei, 05.09.2011).

Spezial

Die große Aufbereitung des Nationalsozialismus: Rückblick auf den Auschwitz-Prozess 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main.

FR-Themen
Zeitunglesen macht klug - Rundschau-Lesen macht klüger.

Unbequeme Recherchen, aufgedeckte Skandale: Die FR legt den Finger in Wunden. Journalistische Höhepunkte aus sechs Jahrzehnten.

Zeitgeschichte

Wiedervereinigung, Mauerfall, Deutscher Herbst, 1968, der Frankfurter Auschwitzprozess und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944.

Video
Geburtsstunde der FR
Im Kellergeschoss des Hauses zwischen Schillerstraße und Großer Eschenheimer Straße: In einem schlichten Festakt überreichte General Roger McClure, Kommandant der Abteilung für die Nachrichtenkontrolle der US-Armee, sieben Männern die Zulassungsurkunde, mit denen sie als Lizenzträger die Frankfurter Rundschau herausgeben durften. Von links nach rechts: General McClure, Kommandant der Abteilung für die Nachrichtenkontrolle der US-Armee (mit Lizenz), Arno Rudert, Paul Rodemann, Wilhelm Knothe, Otto Grossmann, Wilhelm Karl Gerst, Hans Etzkorn und Emil Carlebach.

In der Nacht zum 1. August 1945 kamen die Rotationsmaschinen der ehrwürdigen Frankfurter Zeitung wieder auf Touren - Blick zurück ...

Revolte

Protest und Party, Revolte - aber keine Revolution: 1968 hat die Gesellschaft nachhaltig verändert.

Textimport

Verfolgen Sie unsere Nachrichten in Ihrer Lieblingsdarstellung - via RSS-Feed. Für Ihren Windows-PC bieten wir sogar einen kostenlosen Newsreader an. Informationen im Digital-Bereich.

Spezial

Katholische Kirche und Reformpädagogik unter Druck: Immer mehr Fälle sexuellen Missbrauchs werden bekannt.

Spezial

Das Land Hessen entlässt seine besten Beamten, erklärt erfolgreiche Steuerfahnder für verrückt. Was steckt dahinter?

Spezial
Der Deutsche Herbst

Hanns Martin Schleyer als Geisel der RAF: Das Bild steht wie kein anderes für den "Deutschen Herbst". Die FR blickt zurück in das Jahr 1977, als der Terror das Land schockte.

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?