Herr Westergaard, Ihre berühmte Zeichnung des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban wird jetzt in Deutschland von der rechtsradikalen Partei Pro NRW im Wahlkampf benutzt. Was sagen Sie dazu?
Das geschieht unter meinem schärfsten Protest. Ich lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden. Meine Zeichnung war ein Kommentar zur Meinungsfreiheit, und nur mit Meinungsfreiheit soll man mich verbinden.
Kurt Westergaard zeichnete die bekannteste der sogenannten Mohammed-Karikaturen, die 2005 in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten mit zehn anderen islam-kritischen Zeichnungen gedruckt wurde.
Im Frühjahr 2006 brachen wegen dieser Karikaturen in islamischen Ländern antiwestliche Proteste aus.
Wegen Todesdrohungen lebt der 76-jährige Zeichner seither unter Polizeischutz, zum Jahreswechsel 2010 brach ein Attentäter mit einer Axt in sein Haus ein. Auch die Jyllands-Posten war Ziel einiger - vereitelter – Terrorpläne.
Was wollen Sie dagegen tun?
Ich habe den Dänischen Journalistenverband als meine Standesvertretung gebeten, gegen die missbräuchliche Nutzung meines Namens und meines Werks vorzugehen. Ergebnis gibt es noch keines. Aber ich kenne diese rechtsgewirkten Wirrköpfe, so etwas wie Copyright ist denen doch vollständig gleichgültig. Ich habe auch hier in Dänemark ein Verfahren gegen eine islamfeindliche Gruppe anhängig, die meine Karikatur für eine Demonstration missbraucht hat. Ich will das nicht, aber was soll ich tun?
Lehnen Sie es ab, mit Rechtsradikalen verbunden zu werden oder distanzieren Sie sich von jeder politischen Vereinnahmung?
Das ist prinzipiell. Ich will nicht an irgendeine politische Agenda gekoppelt werden. Mir reicht der Kampf für die Meinungsfreiheit.
Pro NRW hat einen „Kurt Westergaard-Preis“ gestiftet. Hat man Sie da um Erlaubnis gefragt?
Nein natürlich nicht, und ich hätte sie auch niemals gegeben. Auch dagegen habe ich aufs Schärfste protestiert. Aber geantwortet hat man mir nicht. Ich bin sehr froh, wenn man in Deutschland erfährt, dass ich mit diesen Aktionen nichts zu tun habe und dies in keiner Weise mit meinem Einverständnis geschieht.
Das Gespräch führte Hannes Gamillscheg.
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