Mit dem weiteren Ansteigen der Treibhausgas-Konzentration in der Erdatmosphäre werde der Wärmetrend anhalten und 2010 nicht lange das Rekordjahr bleiben, kommentierte James Hansen, der Direktor des Goddard-Instituts der Nasa, das die Temperatur-Zeitreihe führt. 2010 lag die Temperatur auf der Erdoberfläche um 0,74 Grad Celsius über dem Durchschnitt.
Die Nasa hat Daten von mehr als 1 000 Wetterstationen auf der ganzen Welt sowie von Satellitenbeobachtungen und Messdaten der Antarktis-Forschungsstation ausgewertet. Als Vergleichswert wird der Mittelwert der Temperatur in den Jahren 1951 bis 1980 herangezogen.
Laut der Nasa-Analyse waren sieben der letzten zehn Winter in Europa ungewöhnlich warm. Klimaforscher vermuten, dass die ungewöhnlichen Kälte der vergangenen zwei Winter mit den Veränderungen zu tun haben könnten: Arktische Luft könnte verstärkt nach Europa geleitet worden sein – ausgelöst durch wärmere Temperaturen in den nördlichen Breitengraden und den damit verbundener Rückgang des arktischen Meereises.
Nach einer Analyse des Potsdamer Klimaforschers Professor Stefan Rahmstorf gehörte Westeuropa „zu den ganz wenigen Landgebieten, wo 2010 ein eher kühles Jahr war“. Dadurch habe in Europa wohl manch ein Laie Zweifel über die globale Erwärmung bekommen. Diese Schluss sei allerdings nicht zulässig, da man von einer Region nicht auf die globale Klimaentwicklung schließen könne.
Rahmstorf verweist darauf, dass 2010 auch das nasseste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war. Auch hier sei der klimatische Aufwärtstrend deutlich sichtbar. Ursache sei die Tatsache, dass von wärmeren Meeren auch mehr Wasser verdunstet, das dann auch abregnen muss.
„Wenn dieser generelle Trend zu wärmeren Meeren und mehr Niederschlägen mit einer regionalen Anomalie wie dem aktuellen La Niña-Phänomen zusammenkommt, könne es zu Rekordregen wie derzeit in Ost-Australien kommen, so Rahmstorf.
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