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"Cloud" wird IT-Welt verändern: Die Sache mit der Wolke

IT- und Telekomkonzerne schwören auf Cloud Computing. Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg glaubt an einen Technologiesprung. Das Modell soll helfen die IT-Kosten zu senken. Von Frank-Thomas Wenzel

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Achim
Berg, vergleicht Cloud Computing mit der Einführung des PCs.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Achim Berg, vergleicht Cloud Computing mit der Einführung des PCs.
Foto: dpa

Hannover. Achim Berg konnte es gar nicht oft genug wiederholen: "Wir setzen voll auf die Cloud". Denn da gehe "die Post ab", meint der Deutschland-Chef von Microsoft. Er vergleicht die aktuelle Entwicklung mit der Einführung des PC - kein Hype, sondern ein Technologiesprung. Allerdings geht es nicht um neue Geräte, die Musik machen oder bunte Bilder produzieren. Was der weltgrößte Software-Konzern auf der Cebit in Hannover präsentiert, spielt in der nüchternen Arbeitswelt.

Und da werden die Beschäftigten in der nächsten Zeit einiges erleben. Nicht nur, dass Microsoft Mitte des Jahres eine neue Version des Softwarepakets für die Büro-Kommunikation präsentieren wird: Microsoft Office 2010 heißt das Produkt, und das ist nach Bergs Worten vollständig in "die Cloud" integriert. Die Sache mit der Wolke ist vielmehr eines der Schlüsselthemen auf der Cebit in diesem Jahr. Es ist nichts anderes als ein Synonym dafür, dass Unternehmen Daten und Programme nicht mehr auf Rechnern im Keller speichern. Vielmehr kümmert sich ein Dienstleister darum, der sie irgendwo in der Welt in einem Rechenzentrum hinterlegt hat. Über das Internet werden sie abgerufen.

Umworbener Mittelstand

Der Sinn der Übung: Das Cloud-Modell soll helfen, Kosten zu drücken. "Bei stark standardisierten Anwendungen sehe ich eine deutlich wachsende Nachfrage, besonders im Mittelstand", betont IBM-Geschäftsführerin Martina Koederitz , die für das Geschäft mit dem Mittelstand in Deutschland verantwortlich ist. Dazu zählt sie E-Mail-Anwendungen oder elektronische Archive.

Mit dieser Einschätzung ist sie nicht alleine. IT-Dienstleister setzen auf die Mittelgroßen - noch so ein Trend auf der Cebit. Untersuchungen von Marktforschungsunternehmen bestätigen dies. Viele Mittelständler waren in der Vergangenheit ultrakonservativ, wollten am liebsten mit moderner IT nichts zu tun haben. Doch inzwischen kommt kein Chef mehr daran vorbei, sich zumindest ein funktionstüchtiges Kommunikationssystem mit E-Mail zuzulegen. Und genau das bieten IT- Dienstleister als Cloud-Service an.

Dazu braucht es Datenleitungen. Und das haben auch Telekommunikationsfirmen, die einst wenig mit Geschäftskunden am Hut hatten, erkannt. Vodafone etwa. "Wir erschließen neue Märkte", sagt Jan Geldmacher, Chef der Geschäftskundensparte bei der deutschen Tochter des britischen Mobilfunkers, der schon länger auch Festnetz- und IT-Dienste offeriert und ausbaut. Alles integriert und aus einer Hand - damit will auch die Deutsche Telekom punkten. Sie präsentiert auf der Cebit das DeutschlandLAN, ein Paket, das für kleine und mittlere Unternehmen gestrickt wurde. Anwendungen für E-Mail, SMS oder Instant Messaging (Nachrichten-Sofortdienst) kommen aus dem Netz.

Bei Vodafone macht das Business-to-Business-Geschäft bereits 30 Prozent des Konzernumsatzes aus. Und Geldmacher will in diesem Jahr stärker wachsen als das magere Prozent in den letzten drei Monaten 2009. Stolz ist er darauf, dass Vodafone die Datenautobahnen für Hörfunk und Fernsehen der ARD erneuert. "Das sind Anwendungen, die mitten ins Herz der ARD gehen."

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  2 | 3 | 2010
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Fakten

Die Cebit 2012, das weltgrößte Treffen der IT-Branche, läuft von Dienstag, 6., bis Samstag, 10. März. Mehr als 4200 Unternehmen aus 70 Ländern stellen ihre Produkte und Neuentwicklungen in Hannover vor.

Das Leitthema der Messe lautet "Managing Trust" - die Kernfrage dabei ist, wie die Informationstechnik sicherer werden kann. Erwartet werden mehr als 340.000 Besucher.

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