kalaydo.de Anzeigen

Digital
Nachrichten aus dem WWW, Tipps zum Computer-Kauf; zu Facebook, iPhone, iPad & Co

29. Juni 2012

Ein Jahr Google+: Kommunikation im Kreis

Konkurrent oder Ergänzung? Im Gegensatz zu Facebook wird Google+ nach Ansicht von Experten nicht nur privat, sondern oft auch beruflich genutzt. Foto: dpa-tmn

Vor einem Jahr startete Google sein eigenes soziales Netzwerk. Einige Features brachten dem Facebook-Konkurrenten Lob ein, doch Experten sehen auch Nachbesserungsbedarf - vor allem beim Thema Datenschutz.

Drucken per Mail

Vor einem Jahr startete Google sein eigenes soziales Netzwerk. Einige Features brachten dem Facebook-Konkurrenten Lob ein, doch Experten sehen auch Nachbesserungsbedarf - vor allem beim Thema Datenschutz.

Seit dem Start von Google+ am 28. Juni 2011 hat sich bei dem sozialen Netzwerk einiges getan. 170 Millionen registrierte Nutzer hat Google+ nach eigenen Angaben, vor einiger Zeit gab es einen Relaunch. „Dabei wurden vor allem das Design und die Darstellungsweise verändert“, erklärt Patrick Wassel vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). „Das ist jetzt übersichtlicher und vergleichbar mit der Timeline bei Facebook.“

Einteilung in Kreise

Einer der größten Unterschiede zwischen Google+ und dem Konkurrenten Facebook ist die Möglichkeit, sogenannte Kreise anzulegen. „In diese Kreise teilt man dann seine Kontakte ein“, erklärt Leine. Alles, was man veröffentlicht, wird so nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich. Urlaubsbilder bekommen die Familienmitglieder, die Einladung zum Feierabendbier geht an die Kollegen. Theoretisch lassen sich solche Gruppen auch bei Facebook einrichten, bei Google+ ist die Organisation der Circles aber komfortabler und übersichtlicher.

Praktisch: Die anderen Nutzer können nicht sehen, in welche Kreise sie eingeteilt sind. So kann es theoretisch auch einen Kreis für Kontakte geben, mit denen man nur wenig zu tun haben möchte. Anders als bei Facebook, wo die Freundschaftsanfragen erst von einem angefragten Nutzer bestätigt werden müssen, ist bei Google+ auch eine einseitige Verbindung möglich. „Im Kontaktmanagement hat das Netzwerk daher durchaus eine Twitter-Komponente“, sagt Leine.

170 Millionen Registrierungen

Anlässlich des Relaunchs wurden auch aktuelle Nutzerzahlen veröffentlicht, Google selbst spricht von 170 Millionen Registrierungen. Wie viele aktive Konten sich tatsächlich dahinter verbergen, ist aber schwer zu sagen: Wer sich für einen Google-Account anmeldet, zum Beispiel für E-Mails, bekommt automatisch auch ein Konto bei Google+. Nach dem Start habe sich die Begeisterung auf jeden Fall etwas gelegt, sagt Jörg Leine: „Die Nutzer sind jedenfalls nicht in Scharen von Facebook in Richtung Google+ abgewandert.“

Die Nutzerschaft ist nach Einschätzung von Social-Media-Experte Wassel eine andere als beim bekanntesten Konkurrenten: „Facebook ist seit jeher privat geprägt“, sagt er. „Google+ hingegen wird nach wie vor sehr viel von den sogenannten Early Adopters verwendet, die das Netzwerk beruflich und privat nutzen.“ Google+ wirke nüchterner und sachlicher als Facebook - allein schon deshalb, weil es statt „Freunden“ nur „Kontakte“ gebe. Das bedeute allerdings nicht, dass sich die Nutzung von Google+ mit der Zeit nicht noch verändern könne.

Google+ vernetzt seine Konten konsequent mit anderen Google-Diensten - von der Suchmaschine bis zum Mailaccount. „Das hat für den Nutzer den Vorteil, dass es sich um ein System mit weniger Barrieren handelt und mit einem Login mehrere Dienste verwendet werden können“, erklärt Wassel. Auch der neu gestartete Cloud-Dienst Google Drive ist von vornherein auf die Zusammenarbeit mit Google+ eingerichtet, Bilder lassen sich zum Beispiel mit wenigen Klicks direkt aus der Wolke im Netzwerk veröffentlichen.

Kritik von Datenschützern

Gerade diese Vernetzung liefert aber auch Anlass für Kritik von Datenschützern. „Durch die Zusammenführung der Nutzerinformationen verschiedener Dienste kann ein Profil gebildet werden“, erklärt Juliane Heinrich, Sprecherin des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Berlin. Ein solches Profil wird zum Beispiel genutzt, um personalisierte Werbung zu generieren.

Obwohl der Datenschutz bei Google+ zum Start gelobt wurde, muss sich das Netzwerk auch Fragen gefallen lassen - spätestens seit der Vereinheitlichung der Datenschutzrichtlinien für alle Dienste Ende Februar. Was geschieht mit den Daten? Wie lange werden sie gespeichert? Wozu werden sie verwendet? „Die erforderliche Einwilligung in die neue Datenschutzrichtlinie setzt voraus, dass der Nutzer auf diese Fragen klare Antworten findet“, erklärt Heinrich. „Viele Datenschützer haben aber Zweifel, ob Google diese auch verständlich und umfassend beantwortet.“

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus dem WWW und Tipps zum Computer-Kauf; Wissenswertes über
iPhone, iPad und die Android-Alternativen.


FR-App und E-Paper

Bei uns bekommen Sie das neue iPad Air von Apple im Paket mit der preisgekrönten FR-App - einschließlich aller FR-Ausgaben im Layout der Zeitung als E-Paper.

FR-Tablet

FR erweitert preisgekrönte iPad-App

Mehr Inhalte, mehr Gestaltung, mehr Funktionen – die Frankfurter Rundschau hat ihre preisgekrönte iPad-Ausgabe weiterentwickelt.  Mehr...

Service

Auch unterwegs bestens informiert - holen Sie sich FR-Online.de aufs Handy. Neben News bekommen Sie unsere Sport-Liveticker, die Verkehrslage, das Kinoprogramm samt Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. Ganz ohne App: mobil.fr-online.de.

Spiele-Tipps
Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

FR @ Handy

Ob Büro, Biergarten oder Badesee: Die "Frankfurter Rundschau" ist auf dem Handy immer dabei - mit vielen Sport-Livetickern.

Facebook