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14. Dezember 2015

#StateSponsoredActors: Twitter warnt vor "staatlich motiviertem Hackerangriff"

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Twitter warnt ausgewählte Nutzer per Mail vor einem "staatlich motivierten Hackerangriff".  Foto: AFP

Mehrere Twitter-Nutzer erhalten im Laufe des Wochenendes eine Mail von Twitter. Darin werden sie gewarnt, der eigene Twitter-Account könne "Ziel eines staatlich motivierten Hackerangriffs" geworden sein. Es sind wohl hauptsächlich Nutzer betroffen, die das Anonymisierungs-Netzwerk Tor nutzen.

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Im Laufe des Wochenendes haben zahlreiche Nutzer Mails vom Kurznachrichtendienst Twitter erhalten, in denen sie gewarnt werden: "Rein vorsorglich möchten wir Sie darüber informieren, dass Ihr Account zu einer kleinen Gruppe von Accounts gehört, die Ziel eines staatlich motivierten Hackerangriffs geworden sein könnte. Das bedeutet, dass die Hacker möglicherweise mit einer Regierung in Verbindung stehen", steht in der Mail, die unter anderem Twitter-Nutzer @qbi erhalten und im Internet dokumentiert hat.

In der Mail schreibt Twitter weiter: "Wir vermuten, dass Daten und Informationen wie zum Beispiel Email-Adressen, IP-Adressen und Telefonnummern ausspioniert werden sollten." Man habe keine sicheren Erkenntnisse darüber, ob tatsächlich Daten ausspioniert wurden, stelle aber Nachforschungen an, so die Mail an die betroffenen Nutzer weiter. Weitere Informationen - beispielsweise welches Land hinter den Hackerangriffen steckt - habe Twitter derzeit nicht.

Twitter selbst bestätigt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau, dass solche E-Mails von dem Unternehmen versandt wurde. Es habe sich bei dem fraglichen Vorfall um einen staatlich motivierten Versuch gehandelt an Nutzerdaten zu gelangen, der nun aktiv untersucht werde. Twitter habe sofort reagiert, um herauszufinden mit was für einer Bedrohung man es zu tun habe. Man sei stets darum bemüht gewesen, die Sicherheit der eigenen Nutzer zu gewährleisten. Zur Anzahl der betroffenen User und dazu, wer hinter dem Angriff steckt, äußerte sich Twitter aber auch auf Anfrage nicht. Unklar bleibt auch, wie die Angreifer vorgingen und wieso sie entdeckt wurden. Es ist nicht das erste Mal, das US-Internetfirmen solche Hinweise veröffentlichen: Auch Google und Facebook hatten in der Vergangenheit ihre Nutzer vor staatlichen Hackerangriffen gewarnt.

Auch die Netzaktivistin Anne Roth (@annalist) hat die Mail von Twitter bekommen. In ihrem Blog macht sie sich Gedanken über die Mail und schreibt: "Meine Arbeitsthese bisher ist, dass es sich um Leute handelt, die Tor benutzen und damit auch in ihren Twitter-Account einloggen". Ob tatsächlich nur Tor-Nutzer betroffen sind, ist bisher unklar. In der Mail weist Twitter die Nutzer selbst darauf hin, dass man beim Tor-Projekt Tipps zum Schutz der eigenen Identität im Internet erhalten könne.

"Lustig, dass Twitter das Tor-Projekt empfiehlt und gleichzeitig Nutzer blockiert, die Tor mit Twitter nutzen", kritisiert @torservers. Auch Anne Roth beschreibt das in ihrem Blogeintrag: Ihr selbst sei es auch "zigmal passiert", dass ihr Account blockiert wurde, als sie sich über Tor einloggen wollte. Mit Hilfe von Tor können Nutzer anonym im Internet surfen: Der Datenverkehr wird über verschiedene Server geleitet und kann so nicht nachverfolgt werden.

Die Autorin Sarah Jeong macht sich auf der Plattform "Motherboard" ebenfalls Gedanken darüber, was die betroffenen Nutzer gemeinsam haben. Ein paar seien Aktivisten und in irgendeiner Weise mit dem Tor-Projekt verbunden. Einige würden in Kanada sitzen und hätten dort Umgang mit der Sicherheits-Community. Eine Sache, die alle betroffenen User verbinde, habe sie jedoch nicht gefunden, schreibt Jeong.

Unterdessen finden sich auf Twitter betroffene Nutzer zusammen. @qbi sammelt betroffene Nutzer in einer Twitter-Liste, andere twittern unter dem Hashtag #StateSponsoredActors. Twitter-Nutzer @jdormansteele freut sich, dass er durch den Hashtag und die Twitter-Liste mit anderen Sicherheits-Aktivisten in Verbindung gebracht wurde und schlägt vor: "Lasst uns eine Verschwörung starten!".

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