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DSL: Bandbreite oder Bandschmale?

Im Breitband-Internet gibt es verschiedene Tempostufen. Der Verbraucher bekommt aber nur selten die gekaufte Kapazität.

Wer wissen will, wie schnell er surft, kann unter speedmeter.de die Bandbreite testen. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
Wer wissen will, wie schnell er surft, kann unter speedmeter.de die Bandbreite testen. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)

Schuld sind die technischen Bedingungen vor Ort - auf Seiten des Netzbetreibers wie auch auf Seiten des Anwenders. «Ich habe DSL 6000, aber bei mir kommen nur 3000 Kilobit raus» - solche Klagen sind immer wieder in einschlägigen Diskussionsforen zu lesen. Die Netzbetreiber versprechen in der Werbung das schnelle Internet. In welchem Tempo die Bits und Bytes dann tatsächlich aus der Leitung kommen, können sie aber kaum sagen. Denn die tatsächlich erreichte DSL-Leistung fällt von Ort zu Ort höchst unterschiedlich aus.

Die angegebene Bandbreite ist ein Maximalwert, der unter Idealbedingungen erreichbar ist, in der Realität aber kaum vorkommt. Auf Fragen von Kunden erklären Anbieter wie die Deutsche Telekom, dass der Vertrag keine feste Datenübertragungsrate garantiere. Vielmehr handle es sich bei der in Aussicht gestellten Leistung um einen «Datenratenkorridor». Dieser beginnt knapp über dem Ende der darunter liegenden tariflichen Bandbreite - bei VDSL 25 reicht der Korridor also von 16 001 bis 25 000 Kilobit pro Sekunde, wie Telekom-Sprecher Malte Reinhardt erklärt.

«Da sind sehr viele physikalische und technische Gegebenheiten zu beachten», sagt Reinhardt. Eine entscheidende Rolle für die Qualität der Verbindung hat die Entfernung zum nächsten Knoten der Anschlussleitung. Dieser DSL-Verteiler - auf englisch «Digital Subscriber Line Access Multiplexer» (DSLAM) - ist das Gegenstück zum DSL-Modem in der Wohnung. Je kürzer die Kupferleitung zwischen beiden Geräten, desto höher ist die erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit. Diese kann aber auch je nach Tageszeit unterschiedlich ausfallen.

Im Kabelnetz wird die den Kunden angebotene Bandbreite ebenfalls im Sinne von «bis zu» 16, 32 oder 60 Megabit pro Sekunde verstanden, wie der Sprecher von Kabel Deutschland, Marco Gassen, erklärt. Die Geschwindigkeit des jeweiligen Pakets werde aber «annähernd» erreicht. Auch im Kabelnetz kommt Glasfaser zum Einsatz, um hohe Bandbreiten zu erreichen. Bis zur Kabelbuchse im Haus werden die Daten dann durch Koaxialkabel geführt. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung kann abfallen, wenn viele zusätliche Nutzer in einem Netzbereich hinzukommen. «Dann verkleinern wir die Cluster», sagt Gassen.

Um die eigene Bandbreite zu testen, kann man einen der zahlreichen Internet-Dienste nutzen, die Download, Upload und Verbindungsaufbau sowie die Ping-Laufzeit messen - bei letzterem Test werden ein Datenpaket verschickt und eine Antwort angefordert.

Zu den ältesten Webanwendungen für den Bandbreitentest zählt das seit 2000 bestehende Angebot speedmeter.de. Dessen Gründer Arthur Khessin betont, der Test gebe immer nur eine Momentaufnahme einer Leitung wieder. Das Ergebnis werde nicht nur von der Qualität des Netzzugangs, sondern auch von Bedingungen beeinflusst, für die der Anwender verantwortlich ist - etwa die Leitung vom Computer über das DSL-Modem bis zur Telefondose oder auch die Leistungsfähigkeit des PCs. Eine alte Netzwerkkarte kann die Verbindung ebenso ausbremsen wie fehlerhafte Einstellungen im Betriebssystem.

Bei besonders niedrigen Bandbreiten schieben sich Nutzer und Internet-Provider gern wechselseitig die Schuld zu, weiß Khessin. «Es gibt aber auch eine Wahrheit in der Mitte.» (dpa/tmn)

Datum:  26 | 10 | 2010
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