Es hätte alles so schön sein können. Von der Polizei unbehelligt lebte ein US-amerikanischer Bankräuber mit seiner Beute im mexikanischen Badeort Cancun und genoss das Leben. Um seine Freunde von seinem Erfolg und angenehmen Leben wissen zu lassen, schwärmte er auf der Internet-Plattform Facebook von den paradiesischen Verhältnissen in seinem Exil. Was der Bankräuber nicht bedacht hatte: Einer seiner Internet-Freunde ist ehemaliger Mitarbeiter der US-Justizbehörden. Er gab die Informationen an seine früheren Kollegen weiter und wenig später klickten die Handschellen.
Die sozialen Netzwerke im Internet werden längst nicht mehr nur von Freunden genutzt, sondern auch von der Polizei: In einem Aufsatz für das Fachmagazin Kriminalistik beschreiben Axel Henrichs und Jörg Wilhelm von der Landespolizeischule Rheinland-Pfalz die Möglichkeiten, die die Portale der Polizei bieten. Facebook, StudiVZ & Co seien eine "wahre Fundgrube für Ermittlungs- und Fahndungszwecke".
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Auch die Polizei in Berlin bestätigte, dass sie das Internet dafür nutzt. "Wenn es konkrete Hinweise gibt, gehen wir denen nach", sagte ein Sprecher. Es sei durchaus möglich, dass sich dabei Beweismittel finden ließen.
Die Ermittler nutzen dabei die zahlreichen Daten, die Verdächtige auf Plattformen wie StudiVZ oder Facebook von sich preisgeben. Dazu können unter anderem Fotos aus Profilen und Webalben gehören, aber auch Angaben über Hobbys, Vorlieben und andere Aktivitäten.
Wenn diese Daten nicht durch bestimmte Datenschutzeinstellungen im Netzwerk geschützt sind, sind sie für jeden Nutzer einsehbar - auch für Polizisten. Aus diesen Informationen können die Ermittler dann Rückschlüsse auf mögliche Täter ziehen, lassen sich Alibis überprüfen und manchmal finden sich sogar Fotos, die als Beweismittel herhalten können.
Außerdem können solche Daten auch helfen, präventiv gegen Verstöße vorzugehen, schreiben die Autoren in dem Kriminalistik-Magazin. Denkbar wären hier die Ankündigungen von Amokläufen oder die Verabredungen von Hooligans zu Schlägereien.

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