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04. Februar 2010

Bigger Brother: Google verbündet sich mit NSA

 Von Andreas Kraft
Das Google-Hauptquartier in Peking.Foto: afp

Es ist der wahr gewordene Alptraum der Netzgemeinde: Die beiden größten Datenkraken der Welt wollen jetzt zusammenarbeiten. Google bittet den US-Abhördienst NSA um Hilfe. Von Andreas Kraft

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Washington. Offiziell bestätigen wollen Google und die National Security Agency (NSA) ihre neue Zusammenarbeit zwar nicht, doch was die Washington Post am heutigen Donnerstag berichtet, klingt durchaus glaubhaft. Nach Angaben von Insidern hat Google die NSA um Hilfe gebeten. Der Abhördienst soll angeblich das Netzwerk des Internet-Unternehmens gegenüber Angriffen von Hackern sicherer machen.

Anfang Januar hatte Google öffentlich zugegeben, Ziel einer Cyberattacke geworden zu sein, die auch rund 30 weiteren US-Firmen gegolten haben soll. Ziel war wohl vor allem der Google-Quellcode, in dem die Programme des Unternehmens geschrieben sind. Es ist das innerste Geschäftsgeheimnis des Internet-Riesens. Es ist anzunehmen, dass Google dies entsprechend schützt. Doch offenbar ist das Unternehmen mittlerweile an seine Grenzen gestoßen.

Google fuhr deshalb neue Geschütze auf. Weil die Attacke angeblich aus China kam, drohte Google Peking damit, die Suchmaschine abzuschalten, wenn man sie nicht endlich unzensiert betreiben dürfe. Schließlich wetterte sogar US-Außenministerin Hillary Clinton gegen Peking: China blockiere den freien Zugang zum Internet. Und viel wichtiger: Sie drohte China Konsequenzen an, wenn es sich an Cyberattacken auf US-Unternehmen beteilige.

Wenn Google schon über derart gute Drähte ins US-Außenministerium verfügt, ist die Zusammenarbeit mit der NSA nur folgerichtig. Schließlich können sich die Referenzen des US-Abhördienstes auch bei der Absicherung von Computer-Netzwerken sehen lassen. Das Pentagon ist Dauerkunde der NSA, die dem US-Verteidigungsministerium schließlich direkt untersteht.

Der NSA überwacht den privaten Internetverkehr

Gegründet wurde die NSA 1952 in aller Verschwiegenheit. Im Kalten Krieg lauschte der Dienst vor allem in den Ostblock hinein. Seine Arbeit richtete sich gegen Staaten. Mit dem 11. September 2001 hat sich das grundlegend verändert. Nun muss der Dienst auf der Suche nach Terroristen Individuen überwachen. Dazu hat die NSA die Technik des so genannten Data-Mining entwickelt. Sie durchforstet auf der Suche nach auffälligen Mustern Unmengen an Daten aus Telefongesprächen, E-Mails und dem privaten Internetverkehr. So werden Verdächtige gefunden, die dann gezielt und meist auch mit einer richterlichen Erlaubnis abgehört werden.

Das macht auch Googles Zusammenarbeit mit der staatlichen Behörde so unheimlich. Schließlich sammelt kein Unternehmen so viele Informationen über die Internutzer wie Google. Entsprechend beschwichtigend sind selbst die anonymen Quellen der Washington Post. Die NSA werde keinerlei Zugriff auf die Datenbestände von Google bekommen, heißt es. Sie werde allein das Netzwerk gegen weitere Angriffe absichern.

Doch ob das viele beruhigen wird, ist zweifelhaft. Schließlich ist die NSA längst fester Bestandteil jeder guten Verschwörungstheorie – spätestens seit 2005, als bekannt wurde, dass sie ohne richterliche Erlaubnis aber mit der Genehmigung des US-Präsidenten George W. Bush Tausende US-Amerikaner abgehört hat. Und Verschwörungstheorien verkaufen sich gerade im Internet richtig gut.

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