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Bücherstreit um Google: Entscheidung zieht sich hin

Im Verfahren gegen Google fand gestern die erste Anhörung statt. Doch entscheiden können die Richter noch lange nicht. Erst müssen sie sich durch Berge von Daten kämpfen. Steckt da Taktik hinter?

Richter müssen sich vor Entscheidung erst durch Datenberge kämpfen.
Richter müssen sich vor Entscheidung erst durch Datenberge kämpfen.
Foto: dpa

New York. Im Streit um die geplante massenhafte Veröffentlichung von Büchern durch den Internetgiganten Google wird es vorerst keine Entscheidung geben. Zuvor müsse das umfangreiche Material gesichtet werden, sagte Richter Denny Chin in New York nach einem Bericht des "Wall Street Journal".

"Um die Ungewissheit zu beenden: Ich werde heute nicht urteilen", sagte der Bundesrichter nach einer Anhörung in Manhattan. "Es gibt noch zu viel zu verarbeiten."

In dem Verfahren geht es um den Plan von Google, weltweit Millionen von Büchern einzulesen und ins Internet zu stellen. Ursprünglich hatte der Konzern Bücher aus der ganzen Welt ohne besondere Absprache mit den Verlagen und Autoren digitalisieren wollen. Nach breitem Protest revidierte Google im Herbst seine Pläne: Nun geht es nur noch um Bücher aus den USA, Großbritannien, Kanada und Australien - und den Verlagen sollte zudem eine gewisse Entschädigung gezahlt werden. Umstritten ist der Plan noch immer und auch das amerikanische Justizministerium hat Bedenken, dass das Urheberrecht verletzt wird.

Bei der mehrstündigen Anhörung waren neben den Anwälten der "Open Book Alliance" - zu der der Buchversand Amazon und die Google-Konkurrenten Microsoft und Yahoo gehören - auch Anwälte der deutschen und der französischen Regierung erwartet worden. Deutsche Bücher wären von einem neuen Abkommen zwar nicht mehr direkt betroffen. Dennoch gibt es bei der deutschen wie auch bei der amerikanischen, der französischen und anderen Regierungen Bedenken gegen den Google-Plan. (dpa)

Datum:  18 | 2 | 2010
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