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Cebit: Warten auf Wachstum

Die Hightech-Branche schöpft nach dem Krisenjahr 2009 Hoffnung und rechnet 2011 mit einem Umsatzplus. Die Nachfrage in der Informationstechnologie steigt - jeder Vierte würde sich gar einen Chip einpflanzen lassen. Von Hans Georg Schröter

Vernetzung ist ein Topthema der Cebit, die bis zum 6. März läuft.
Vernetzung ist ein Topthema der Cebit, die bis zum 6. März läuft.
Foto: dpa

Die Hightech-Branche schöpft nach dem Krisenjahr 2009 Hoffnung. "Die Nachfrage zieht insbesondere in der Informationstechnologie spürbar an", berichtete der Präsident des Fachverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, kurz vor dem Start der Cebit in Hannover. Bei den Unternehmen löse sich der Investitionsstau allmählich auf. Die Nachfrage der privaten Verbraucher sei weiterhin gut. Stark gefragt seien derzeit Smartphones, mobile Computer und Flachbildfernseher.

Im vorigen Jahr war der deutsche Gesamtmarkt für Informationstechnik (IT), Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik - anders als von Bitkom vorausgesagt - stark um 4,3 Prozent auf 139,5 Milliarden Euro gesunken. 2010 werde ein "Übergangsjahr", sagte Scheer, der Umsatz dürfte stagnieren. Im nächsten Jahr sei aber mit einem Plus von 1,6 Prozent auf dann knapp 142 Milliarden Euro zu rechnen.


Foto: FR/Galanty; Quelle: dpa

Die einzelnen Märkte werden sich nach dem Bitkom-Ausblick unterschiedlich entwickeln. So werde der IT-Umsatz bereits 2010 um 1,4 Prozent zulegen. Als wichtigen Trend stellte Scheer hier das Cloud Computing heraus, das den IT-Markt durcheinanderwirbeln werde. "Das Prinzip, Software-Anwendungen und Rechnerleistung je nach Bedarf zu nutzen, wird sich auf breiter Front durchsetzen."

Das Internet wird für die Deutschen immer wichtiger

In der Telekommunikation werde der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,1 Prozent sinken. Den Markt bestimmten strukturelle Änderungen. "Die Umsätze mit Sprachdiensten sinken und die Umsätze mit Datendiensten steigen rasant", erläuterte Scheer. Der Umsatz mit Unterhaltungselektronik werde 2010 ebenfalls fallen, und zwar um 1,2 Prozent. Während der Absatz von LCD-Fernsehern wohl um 5,6 Prozent auf das Rekordhoch von 7,5 Millionen Stück steigen und auch Blu-ray-Player, digitale Settop-Boxen und Spielkonsolen ein Plus verzeichnen dürften, gingen die Verkäufe von Digitalkameras und MP3-Spielern zurück.

Das Internet wird derweil für die Deutschen immer wichtiger. Für 58 Prozent ist ein Leben ohne Web nach einer Bitkom-Studie "undenkbar" geworden. Jeder vierte Deutsche (23 Prozent) würde demnach sogar einen Computerchip im Körper tragen, wenn es ihm bestimmte Vorteile verschafft. Das ist für Scheer "sicher ein extremes Beispiel, wie weit die Vernetzung in der Vorstellung mancher Menschen gehen kann".

Internet-Kommissionen schießen wie Pilze aus dem Boden

Das Internet sei zwar weit nach oben auf der politischen Agenda gerückt, sagte Scheer weiter. Internet-Kommissionen schössen wie Pilze aus dem Boden. Der Bitkom-Chef fordert aber "einen zentralen Verantwortlichen für die Themen der digitalen Welt im Bundeskabinett". Und er verlangt eine breitere Diskussion darüber, wie Freiheit und Sicherheit im Web vereinbar seien.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte am Beispiel des Google-Dienstes Street View eine Datenschutz-Debatte entfacht und auch vor der Marktmacht von IT-Riesen gewarnt. Aigner springe mit ihrer Kritik an der Macht von IT-Unternehmen zu kurz, sagte Scheer. Im Spiegel hatte er Aigner "Scharfmacherin gegen das Internet" genannt.

Autor:  Hans Georg Schröter
Datum:  1 | 3 | 2010
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Fakten

Die Cebit 2012, das weltgrößte Treffen der IT-Branche, läuft von Dienstag, 6., bis Samstag, 10. März. Mehr als 4200 Unternehmen aus 70 Ländern stellen ihre Produkte und Neuentwicklungen in Hannover vor.

Das Leitthema der Messe lautet "Managing Trust" - die Kernfrage dabei ist, wie die Informationstechnik sicherer werden kann. Erwartet werden mehr als 340.000 Besucher.

Interaktive Karte
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FR-online.de zeigt die Ergebnisse der Studie "Freedom on the Net 2011" in einer interaktiven Karte.

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