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China: Gates spielt Internetzensur herunter

"Es ist einfach, die Zensur zu umgehen. Deswegen halte ich es für wichtig, dass dort das Internet floriert", sagt der Microsoft-Gründer. Das chinesische Filtersystem ist im Ausland unter Experten jedoch als "Great Firewall" bekannt.

London/Hamburg. Microsoft-Gründer Bill Gates hat die Internetzensur in China heruntergespielt. Die Bemühungen des Regimes seien bislang "sehr begrenzt", sagte der Unternehmer in einem Interview des US-Senders ABC.

"Es ist einfach, die Zensur zu umgehen. Deswegen halte ich es für wichtig, dass dort das Internet floriert." Die Machthaber in Peking haben ein riesiges Filtersystem errichtet, um unliebsame Inhalte im Netz zu blockieren - im Ausland ist es in Anspielung auf die Chinesische Mauer (Great Wall) als "Great Firewall" bekannt.

Gates kritisierte indirekt den Microsoft-Konkurrenten Google. Dieser hatte angekündigt, seine Suchmaschine in China künftig nicht mehr zu zensieren und gegebenenfalls einen Rückzug aus dem schnell wachsenden Markt in Kauf zu nehmen. "Man muss sich eben entscheiden: Wenn Sie irgendwo präsent sind, wollen Sie die Gesetzte des jeweiligen Landes beachten oder nicht? Wenn die Antwort "nein" lautet, kann es sein, dass Sie letztendlich keine Geschäfte dort machen können."

Microsoft akzeptiert die Zensur-Forderungen der chinesischen Regierung. Vor einigen Tagen hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärt, dass der Konzern Inhalte aus seiner Suchmaschine Bing lösche, wenn die Regierung sie für gesetzeswidrig halte. (dpa)

Datum:  26 | 1 | 2010
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