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Chrome von Google: Der schnelle Browser

Google macht mit seinem Browser Chrome den Platzhirschen Internet Explorer und Firefox Konkurrenz. Chrome ist besonders schnell - hat aber auch Sicherheitslücken. Vor- und Nachteile im Überblick.

Fix: Experten loben Chrome von Google vor allem für das Tempo, mit dem er Webseiten darstellt.
Fix: Experten loben Chrome von Google vor allem für das Tempo, mit dem er Webseiten darstellt.
Foto: Schierenbeck/dpa/tmn

München/Hamburg. Seit 2008 mischt Google auch auf dem Browsermarkt mit. Chrome heißt die Entwicklung, die derzeit in der dritten Version verfügbar ist. Mittlerweile gibt es aber auch schon eine Beta-Version von Generation vier.

Die Entwickler legen sich nicht zuletzt deshalb ins Zeug, um den Platzhirschen Internet Explorer und Firefox Marktanteile abzuluchsen. Google verfolge einen puristischen Ansatz, sagt Claudio Müller von der Zeitschrift "Chip": Der Browser punkte nicht mit Komfort, zeichne sich aber durch Tempo aus. "Darauf ist er getrimmt, und in diesem Bereich schlägt er den Internet Explorer und Firefox." Die Nutzer - im deutschen Sprachraum laut den Markforschern Fittkau & Maaß zuletzt 2,3 Prozent aller Surfer - könnten das selbst bemerken. Vor allem aufwendige Web-2.0-Seiten würden fixer geladen.

Ein zentraler Ansatz liege in der Multiprozess-Technik, sagt Mirko Schubert vom Onlinemagazin "Netzwelt": Das sogenannte Rendering, die JavaScript-Engine und Plug-ins laufen nicht wie bei anderen Browsern nacheinander, sondern nebeneinander ab. Läuft etwa ein Tab langsamer, gehe nicht gleich der ganze Browser in die Knie.

Besseres Speichermanagement

Ein weiterer Vorteil liegt laut Schubert im Speichermanagement: Sobald ein Tab geschlossen wird, werde auch der Prozess geschlossen. Dieser Speicher stehe dann zur Verfügung. Das sei nützlich, wenn der Nutzer mit vielen Browserfenstern gleichzeitig arbeitet.

Multiprozess erschwert auch das Eindringen von Schadsoftware. Arbeiten der Browser und alle Tabs in einem Prozess, sei es für Malware einfacher, ins System zu gelangen, sagt Müller. Mit einzelnen Prozessen sei diese Gefahr deutlich geringer. Das System wird auch Sandbox-Prinzip genannt.

Es biete aber nur bei einer bestimmten Art von Schwachstellen Schutz, sagt Jan Steffan vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt. So werde der Schaden begrenzt, falls der Browser eine Sicherheitslücke hat und es ein Angreifer schafft, diese auszunutzen. Gefahren drohten aber wie bei allen anderen Browsern durch Lücken in Zusatzkomponenten, mit denen Web-Inhalte betrachtet werden: Flash-Player oder auch Silverlight.

Hinzu kommt: Den Browser schlank zu halten, bringt auch Nachteile. Bei Chrome seien viele Funktionen derart eingeschränkt, dass sie im Prinzip nutzlos sind, sagt Müller - die Druckfunktion etwa. Auch ein Passwort-Manager oder Mausgesten-Steuerung fehlten.

User kann JavaScript-Blockierung nicht steuern

Ärgerlich sei, dass der Nutzer nicht festlegen kann, ob und in welchem Maß JavaScript blockiert werden soll, sagt Müller. JavaScript ist für die Darstellung der meisten Seiten zwar fast unverzichtbar, sei aber ein Sicherheitsrisiko. "Angreifer können mit schadhaftem Scriptcode etwa Viren auf den PC schleusen oder den User automatisch auf andere, gefährlichere Seiten umleiten."

Auch in Sachen Datensicherheit sei Googles Browser zu kritisieren. Informationen wie Sucheingaben würden mit einer Identifikationsnummer an das Unternehmen gesendet, sagt Müller. "Hier liegt das größte Problem: Es wird dem Nutzer schlicht nicht gesagt, welche Daten übermittelt werden." Wer darüber hinwegsehen kann und einen schlanken und schnellen Browser sucht, sollte Chrome aber eine Chance geben. (dpa/tmn)

Datum:  22 | 12 | 2009
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