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24. Februar 2016

Clausnitz: "Luxus statt Clausnitz"

 Von Christian Kretschmer
Das Ortsschild von Clausnitz.  Foto: dpa

Die Reaktionen nach den Vorfällen in Clausnitz waren laut, aber selten kreativ. Ein Blogger hat nun knapp 8000 Euro gesammelt, um den Flüchtlingen einen zweiten Empfang zu bereiten - in einem Luxushotel.

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Nach den  Vorfällen in Clausnitz waren die Reaktionen der Politiker einhellig: Widerlich. Verabscheuungswürdig. Beschämend. Die wohl kreativste Reaktion kommt allerdings von einem Blogger - Christian Brandes, Betreiber von Schleckysilberstein.com.   

„Luxus statt Clausnitz“ heißt diese Reaktion. Brandes will nicht, dass „die kranken Perversen aus Clausnitz das Deutschland-Bild der Flüchtlinge prägen“. Die Flüchtlinge aus der Unterkunft in Sachsen sollen nun einen zweiten Empfang bekommen - und zwar im nächstgelegenen 5-Sterne-Hotel.

8000 Euro hat Brandes dafür  veranschlagt und sammelt das Geld auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo ein. Über 400 Unterstützer haben bereits gespendet. „Sollten die 8000 EUR nicht zusammenkommen, lege ich die Differenz selbstverständlich aus eigener Tasche drauf. Dass Deutschland nicht mal 8000 EUR zusammenlegen kann, wäre mir unendlich peinlich“, sagt Brandes. Danach sieht es nicht aus: Innerhalb von vier Tagen kamen über 7000 Euro zusammen, der Wunschbetrag  dürfte also in Kürze erreicht sein.

Die 8000 Euro sind für Transport, Übernachtung und Service eingeplant, für die Kommunikation mit dem Hotelpersonal wird ein Dolmetscher engagiert. Die Summe soll mindestens für einen Wochenendaufenthalt reichen.

Idee nach Brandstiftung in Tröglitz

Bereits im April 2015 hatte Brandes eine ähnliche Aktion gestartet, als Rechtsextreme eine bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz anzündeten. Damals sollten für „Luxus statt Tröglitz“ die ersten Bewohner in ein First Class Hotel gebracht werden. Doch die geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz hat es aus Angst vor weiteren Angriffen nie gegeben.   

Heikel gestaltet sich derweil die Suche nach einem Luxushotel in der Nähe von Clausnitz: „Wir haben Optionen für die Unterbringung der Personen, mussten aber versprechen, dass keine Namen genannt werden.“

Zu weiteren Kontakten vor Ort und zu einem konkreten Zeitpunkt will sich Brandes noch nicht äußern. „Die Lage in Sachsen ist bis zum Anschlag gespannt, daher wollen wir die Aktion so diskret und leise wie möglich abwickeln“, so Brandes gegenüber FR Online. „Wir wollen kein Politikum, sondern den Flüchtlingen nur zeigen, dass es auch nette Deutsche gibt.“

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